Ein Mann tritt über einen Abgrund

Wohin geht die Reise im Dax? So tief kann der Dax jetzt noch fallen

von Angela Göpfert

Stand: 06.02.2018, 11:58 Uhr

Durch den jüngsten Kurseinbruch ist erheblicher charttechnischer Schaden im Dax entstanden. Wir werfen einen Blick auf die weiteren Perspektiven des deutschen Leitindex.

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Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12.157,67
Differenz relativ
+0,51%

Nach Kursverlusten von 1,4 Prozent am Donnerstag, 1,7 Prozent am Freitag und 0,8 Prozent am Montag schmiert der Dax am Dienstag um bis zu 3,6 Prozent ab. Das vorläufige Tagestief liegt bei 12.233 Punkten. Doch ist das bereits der Boden?

Bei seiner Reise gen Süden hat der Dax zahlreiche Unterstützungen regelrecht überrannt. Prominentestes Beispiel: die 200-Tage-Linie. Dieser wichtige gleitende Durchschnitt (aktuell bei 12.752 Punkten) musste am Montag per Tagesschlusskurs preisgegeben werden.

Computer verschärfen Abwärtsbewegung

Damit sandte der Dax ein technisches Verkaufssignal, das Anleger besser nicht auf die leichte Schulter nehmen sollten. Zum einen hat sich die 200-Tage-Linie rückblickend als besonders valider Indikator am Aktienmarkt erwiesen. Zum anderen ist allein die psychologische Wirkung dieses technischen Hilfsmittels enorm groß.

Nicht zuletzt fußen auch viele Algorithmen auf diesem gleitenden Durchschnitt. Am Montagabend dürften daher einige automatisierte Verkaufsprogramme angesprungen sein – und die machen bekanntlich einen immer größer werdenden Teil des Xetra-Handels aus.

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Der Dax ist per Montag unter seine 200-Tage-Linie (grün) gefallen. | Bildquelle: boerse.ARD.de

Umkehrformation verkündet Unheil

Mit dem Rutsch unter die 200-Tage-Linie fiel der Dax auch unter sein bisheriges Jahrestief vom 2. Januar bei 12.745 Zählern zurück. Damit vervollständigte er ein Doppel-Top, eine klassische charttechnische Umkehrformation und ein Vorbote fallender Kurse.

Damit rückt jetzt die Unterseite in den Fokus der Anleger. Jörg Scherer, Leiter Chartanalyse bei HSBC Trinkaus & Burkhardt, beziffert das Abschlagspotenzial auf 800 Punkte.

Kein leichtes Unterfangen für die Bullen

Eine wichtige Haltezone für den Dax lässt sich bei 11.869 Punkten ausmachen, dem Tief vom September 2017. Spätestens an dieser Stelle sollte der Dax einen Boden ausbilden. Der langfristige Aufwärtstrend seit 2009 geriete übrigens erst bei rund 11.300 Punkten in Gefahr.

Um das Doppel-Top und seine negativen Implikationen zu negieren, müsste der Dax dagegen nun rasch auf Wochenschlusskursbasis das Tief vom 2. Januar bei 12.745 Punkten und die 200-Tage-Linie zurückerobern. Kein leichtes Unterfangen für die Dax-Bullen, bedenkt man, dass die 200-Tage-Linie aktuell jeden Tag um mehrere Punkte steigt.

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Pro: Gewinnaussichten
Man kann es drehen und wenden, langfristig bestimmen die Unternehmensgewinne, ob Aktien steigen oder fallen. An der Börse wird die Zukunft gehandelt, und folgt man den Ausblicken in der laufenden Berichtssaison, bleiben die Geschäftsaussichten der meisten Branchen für die kommenden Monate gut bis sehr gut, was die Kurse weiterhin unterstützt. Dabei hilft zweifellos auch die Trump'sche Steuerreform, die den amerikanischen Konzernen bis auf Weiteres sagenhafte Gewinne verheißt.