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Anleger im Rausch der Tiefe Dax: Hilfe, wie tief denn noch?!

von von Angela Göpfert

Stand: 23.10.2018, 10:17 Uhr

Der deutsche Leitindex rauscht auf ein frisches Jahrestief. Anleger fragen sich verzweifelt: Wie tief kann der Dax jetzt noch fallen?

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die bittere Wahrheit vorneweg: Mit dem neuen Kurseinbruch wird im Dax viel charttechnisches Porzellan zerschlagen. Der Dax rauscht am Dienstag im frühen Handel bis auf 11.247 Punkte in die Tiefe. Das ist ein Minus von 2,4 Prozent – und der tiefste Stand seit Dezember 2016.

Der gestrige Anstieg bis auf 11.678 Zähler entpuppt sich so im Nachhinein als Bullenfalle, als Fehlausbruch auf der Oberseite. Mit dem brutalen, heftigen Kursrutsch heute bewahrheitet sich einmal mehr die alte Trader-Regel: "False breaks are followed by fast moves."

Bodenbildung gescheitert

In den vergangenen Tagen hatte der Dax versucht, bei 11.500 Punkten einen Boden auszubilden. Dieser Versuch muss nun als grandios gescheitert gelten. Der Dax fällt nicht nur unter die Tagestiefs vom Montag und Freitag, sondern auch unter sein bisheriges Jahrestief bei 11.459 Zählern.

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Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 2 Jahre
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Der heutige Kurseinbruch kommt dabei nicht gänzlich überraschend. Schließlich war der Dax schon längere Zeit technisch angeschlagen. Anfang Oktober hatte der deutsche Leitindex mit dem Rutsch unter die 11.800-Punkte-Marke eine Schulter-Kopf-Schulter-Formation aktiviert.

Dabei handelt es sich um eine charttechnische Wendeformation und einen verlässlichen Vorboten fallender Kurse.

Kursziel 10.000 Punkte?!

Mit dem heutigen Rutsch unter die langfristige horizontale Unterstützung bei 11.400 Punkten und der Markierung eines frischen Jahrestiefs trübt sich das technische Bild im Dax weiter ein.

Laut den Technischen Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt könnte nun das wichtige langfristige Fibonacci-Retracement um 11.150 Zähler angesteuert werden. Sollte auch diese Marke nicht halten, könnte der Dax sogar bis auf 10.000 Punkte fallen. So groß ist nämlich das komplette Abwärtspotenzial aus der aktivierten Schulter-Kopf-Schulter-Formation.

Auf der Oberseite gilt: Solange der Dax die Schlüsselmarke bei 11.800 Punkten nicht zurückerobern kann, bleibt er technisch angeschlagen und jede Kurserholung dürfte nichts sein als eine technische Gegenbewegung – und damit nicht nachhaltig.

Hoffen auf den Halloween-Effekt

Einen Hoffnungsfaktor gibt es aber doch, und das ist die Ende Oktober/Anfang November einsetzende positive Saisonalität. Denn dann beginnt eine positive saisonale Phase (Halloween-Effekt), die zumindest bis zum Januar andauert, häufig sogar bis April. Die Monate November/Dezember/Januar sind im langjährigen Schnitt die mit Abstand stärkste Phase eines Börsenjahres.

So verbessert sich der Dax allein zwischen Anfang November und dem Jahresende durchschnittlich um stolze fünf Prozent. Die Trefferquote liegt bei beeindruckenden 75 Prozent.