Taucher

Im Rausch der Tiefe Dax: Hilfe, wie tief denn noch?!

von Angela Göpfert

Stand: 19.06.2018, 13:47 Uhr

Mit dem jüngsten Kurseinbruch wurde im Dax viel charttechnisches Porzellan zerschlagen. Eine Bestandsaufnahme, mit welchen Szenarien die Anleger jetzt rechnen müssen.

Die bittere Wahrheit vorneweg: Das technische Bild im Dax hat sich binnen weniger Handelstage dramatisch eingetrübt.

Zum Wochenschluss hatte das Zugpferd Verfalltermin die Kurse noch kräftig in die Höhe getrieben. Der Dax markierte am Freitagmorgen bei 13.170 Punkten den höchsten Stand des Monats – doch dann ging ihm die Puste aus.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 6 Monate
Kurs
11.066,41
Differenz relativ
-1,58%

Bären trumpfen auf

Auf das "Reversal" vom Freitag folgte am Montag der nächste Nackenschlag: Der Dax fiel unter sein altes Ausbruchsniveau bei 12.949 Punkten zurück. Zusätzlicher Wermutstropfen: das Abwärtsgap bei 13.011/12.982 Punkten.

Am Dienstag sahen die Bären dann ihre große Stunde gekommen: Sie drückten den Dax gleich zur Eröffnung unter die 200-Tage-Linie (aktuell bei 12.773 Punkten).

200-Tage-Linie im Visier

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
11.066,41
Differenz relativ
-1,58%

Solange der Dax diese Schlüsselmarke nicht zurückerobern kann, bleibt er technisch angeschlagen und jede Kurserholung dürfte nichts sein als eine technische Gegenbewegung – und damit nicht nachhaltig.

Denn solange der Dax unter seinem gleitenden Durchschnitt der vergangenen 200 Tage bleibt, droht die Gefahr eines Doppeltops – resultierend aus dem Mai-Hoch bei 13.204 Punkten und dem Hoch vom Freitag bei 13.170 Zählern.

Auf der Unterseite sollten Anleger daher nun die untere Begrenzung der jüngsten Handelsspanne im Auge behalten: Bei 12.548 verläuft das markante Mai-Tief.

Obere Umkehr am Verfallstag?

Bedenkt man den Zeitpunkt, zu dem der Dax zu schwächeln begann, so deutet in der Tat vieles auf eine obere Umkehr hin. Denn an Verfallstagen findet eine Marktbereinigung statt, die durchaus den Boden für einen Trendwechsel bilden kann. Viele professionelle Anleger schließen an diesen Tagen ihre Long- oder Short-Positionen.

Kein Wunder also, dass der Markt im Umfeld von Verfallstagen häufig wichtige vorläufige Hoch- oder Tiefpunkte ausbildet, die dann für viele Monate bestimmend sind.

Am vergangenen Freitag war Großer Verfallstag. 2018 hat bislang mit nur einer Ausnahme der Verkaufsdruck an den Tagen nach Verfallstagen massiv zugenommen. Auch das verheißt nichts Gutes für den Dax.