Daimler Urbanetic
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Intelligente Mobilitätskonzepte in Las Vegas Das Auto der Zukunft

von Notker Blechner

Stand: 08.01.2019, 12:02 Uhr

Die traditionellen Automessen verlieren zunehmend an Bedeutung. Stattdessen nutzen die Autobauer Technikmessen wie die Consumer Electronics Show in Las Vegas, um ihre Visionen für die Mobilität der Zukunft zu zeigen.

Eigentlich ist Detroit der Schauplatz, an dem Ford, Toyota und Daimler ihre ersten Premieren im neuen Jahr starten. Doch diese Zeiten sind vorbei. Inzwischen mausert sich Las Vegas zum neuen Nabel der Autowelt. "Die CES hat alle Automessen ins Abseits gestellt", sagt Experte Ferdinand Dudenhöffer. Sie ist zum "Aushängeschild für Autobauer und Zulieferer geworden".

Lieber Las Vegas als Detroit

Tatsächlich ist in der Wüstenstadt Nevadas alles vertreten, was in der Autoszene Rang und Namen hat. Daimler, BMW, Audi, VW, Toyota, Uber, Bosch, ZF, Conti – sie alle sind präsent auf der Consumer Electronics Show. Manche Autokonzerne wie zum Beispiel Daimler haben sich sogar ganz von der Automesse in Detroit verabschiedet und bevorzugen die CES in Las Vegas.

Die Schwaben enthüllen im "Spiele-Paradies" ihr neuestes Zukunftsmodell, den CLA. Der Viertürer verfügt über ein Navigationssystem, das mit Augmented Reality arbeitet. Zudem soll das Coupé Sprachbefehle verstehen.

"Automesse ohne Autos"

Bosch Shuttle

Bosch Shuttle. | Bildquelle: Unternehmen

Solche realen Modelle sind aber die Ausnahme in Las Vegas. Die CES ist eher "eine Automesse ohne Autos", sagt Branchenexperte Dudenhöffer. Die Hersteller und die Zulieferer präsentieren auf der CES ihre Mobilitätsvisionen für die Welt von morgen oder übermorgen. So hat Bosch ein neuartiges selbstfahrendes Konzept-Shuttle als Weltpremiere enthüllt. Das Elektrofahrzeug kann bis zu vier Personen befördern. Mit dem Konzeptshuttle will Bosch nicht nur die Sensoren und andere elektronische Komponenten, sondern auch eine ganze Palette von Mobilitätsdiensten vorführen.

Daimler Urbanetic

Daimler Urbanetic. | Bildquelle: Unternehmen

Ein Stück weit futuristischer ist das Mobilitätskonzept Urbanetic von Daimler. Hier handelt es sich um ein selbstfahrendes Chassis mit Elektroantrieb, auf das sich verschiedene Module überstülpen lassen. Es kann als Sharing-Fahrzeug oder auch als Gütertransporter genutzt werden. Urbanetic soll zur Entlastung des Verkehrs in den Großstädten beitragen.

Auf dem Weg zum Smartphone auf Rädern

Byton Fahrzeugdisplay

Byton Fahrzeugdisplay. | Bildquelle: Unternehmen

Mit der autonomen Mobilität verändert sich auch der Innenraum der Autos. Wie die Interieurs der Zukunft aussehen können, zeigen Audi, Kia und auch BMW auf der CES. Dass das alles keine so ferne Vision ist, demonstriert Byton. Der chinesische Tesla-Jäger hat für seinen Elektro-SUV M-Byte einen riesigen Bildschirm konzipiert, der von der Fahrer- bis zur Beifahrerseite über die gesamte Autobreite reicht. Der M-Byte mit einer Reichweite von 520 Kilometern soll Ende des Jahres in Serie gehen. Er soll dem Model 3 von Tesla, dem derzeit meistverkauften Elektroauto der Welt, Konkurrenz machen.

"Wir sind keine Autofirma, sondern eine Tech-Firma", betont Byton-Gründer Carsten Breitfeld im "Handelsblatt". Es gehe ihm darum, das Auto zum Teil der vernetzten Welt der Menschen zu machen. Der M-Byte sei nicht nur ein Elektroauto, sondern ein "Smartphone auf Rädern". Ob die potenziellen Kunden dafür 40.000 Euro ausgeben, wird sich zeigen.

Noch viel Zukunftsmusik

Noch sind selbstfahrende Autos reine Zukunftsmusik. Bis autonome Fahrzeuge in großem Stil auf die Straßen kommen, wird es nach Einschätzung von Experten noch einige Zeit dauern. Denn niemand beherrscht die Technologie bisher gut genug für den Serieneinsatz. Der Fahrdienstvermittler Uber, der bereits selbstfahrende Autos auf der Straße testete, fuhr das Engagement nach einem tödlichen Unfall vorübergehend zurück.

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Zukunftsshow der Autobranche in Las Vegas Elektroshuttles, smarte Türen und Bio-Hybride

Bosch Shuttle

Bosch-Shuttle
Sein ganzes Know-How der emissions- und unfallfreien Mobilität als Zulieferer demonstriert Bosch in Las Vegas mit einem selbstfahrenden Elektro-Shuttle. Der Stromer verfügt über allerlei Sensoren, die die beste und schnellste Fahrtroute ermitteln. Wie ein Anruf-Sammeltaxi nimmt das Auto unterwegs Fahrgäste auf. Diese können sich im Innenraum Filme anschauen, Musik hören oder ihre Mails checken. Zudem zeigt Bosch auf der CES auch eine Innovation, die schon jetzt für mehr Verkehrssicherheit sorgen soll: die Mirror Cam. Sie macht die Außenspiegel an Lkw überflüssig.