American Society of Clinical Oncology - Symbolbild

Asco-Konferenz Wer gewinnt den Kampf gegen den Krebs?

Stand: 01.06.2018, 13:33 Uhr

Alle Jahre wieder treffen sich die führenden Onkologen zum weltgrößten Krebskongress Asco in Chicaco. Die dort vorgestellten Studien zu neuen Therapien könnten die Kurse einiger Pharma- und Biotech-Titel bewegen.

M7824 - hinter dieser Formel verbirgt sich der neue Hoffnungsträger der Darmstädter Merck. Die Immuntherapie basiert auf dem ersten bifunktionalen Antikörper: Durch ein einziges Molekül sollen gleichzeitig zwei Signalwege blockiert werden, die von Krebszellen genutzt werden, um dem Immunsystem zu entgehen.

Merck hat zwei (neue) Eisen im Feuer

Mit diesem Anti-Lungenkrebs-Mittel geht Merck neue Wege. Auf der Konferenz der American Society of Oncology (kurz Asco) wollen die Forscher des Dax-Konzerns zeigen, dass Patienten auf die neuartige Therapie ansprechen. Erste vorab enthüllten Daten haben bereits die Anleger optimistisch gestimmt. In einer kleinen Studie zur Behandlung von nicht kleinzelligem Lungenkrebs führte die Immuntherapie bei fast 41 Prozent der Patienten zu einem Schrumpfen des Tumors.

Zweiter Hoffnungsträger von Merck ist Tepotinib. Das Mittel soll einen Lungentumor bekämpfen, der eine seltene und sehr aggressive Genmutation aufweist. Erste Studien waren vielversprechend. Bei 60 Prozent der Studienteilnehmer wurde eine Verkleinerung des Tumors festgestellt. Die Medikamentenaufsicht in Japan hat Merck bereits ein verkürztes Genehmigungsverfahren in Aussicht gestellt. Eine beschleunigte Zulassung erhoffen sich die Darmstädter auch in den USA.

Mit den neuen Krebstherapien will sich Merck von der Konkurrenz absetzen. Der Pharma- und Spezialchemiekonzern steht derzeit unter Druck, weil alte Kassenschlager nicht mehr so laufen wie früher. Bis 2022 sollen die neuen Medikamente zwei Milliarden Euro Umsatz einbringen. Die Aussicht auf neue Erfolge im Kampf gegen Krebs gab zuletzt den Aktien von Merck Auftrieb.

Roche stellt Tecentriq-Studie vor

Roche: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
183,50
Differenz relativ
+1,89%

Neben Merck geben auch andere Pharma-Riesen Einblicke in ihre Anti-Krebs-Medikamenten-Pipeline. So wird die schweizerische Roche, die zu den Onkologie-Vorreitern zählt, Neuigkeiten zu mehr als 19 Arzneien in 13 Krebsarten präsentieren. Besonders gespannt sind die Fachleute auf eine Studie zum Krebsimmun-Medikament Tecentriq in Kombination mit anderen Therapien gegen Lungenkrebs.

Konkurrent Novartis tritt ebenfalls mit einer Reihe von Mitteln an, die Brust-, Nieren-, Lungen und Blutkrebs bekämpfen sollen. Vor einem Jahr hatten die Schweizer auf der Asco-Konferenz mit der personalisierten Gentherapie CAR-T für Furore gesorgt. Mittlerweile ist das Mittel unter dem Namen Kymriah in  den USA zugelassen. Mit Hilfe der Car-T-Verfahren wird gentechnisch versucht, die körpereigenen Abwehrzellen so zu programmieren, dass sie den Tumor bekämpfen.

Biotechs setzen auf Gentherapie

Auch Biotechs arbeiten an diversen Gentherapien. Der TecDax-Firma Medigene hat jüngst hierzu eine klinische Studie gegen Blutkrebs gestartet. Kite Pharma, eine Tochter von Gilead, hat für die Therapie Yescarta gar schon eine Zulassung in den USA erhalten.

Anleger sollten genau hinschauen, was die Pharma- und Biotech-Konzerne an neuen Studien auf der Asco-Konferenz enthüllen. Das könnte mitunter kräftig die Kurse in Bewegung bringen. Die Konferenz beginnt heute und endet am 5. Juni.

nb

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