China: Kunden sehen sich zum Verkauf angebotene VW-Fahrzeuge an.

2018 lief bestenfalls bescheiden Volkswagen: Erster Rückgang in China seit 20 Jahren

Stand: 10.01.2019, 11:02 Uhr

Die Volkswagen-Kernmarke VW Pkw ist im vergangenen Jahr knapp an der Stagnation vorbeigeschrammt. Daran lässt sich glänzend sehen, wie stark VW von der Konjunktur in China abhängt. Im Dezember gab es sogar einen Einbruch.

Im letzten Monat des Jahres 2018 waren die Verkäufe um satte neun Prozent gesunken, weil die Verkäufe in China spürbar einbrachen. Auch auf Jahressicht verkaufte VW mit seinen Partnern in China weniger Fahrzeuge – zum ersten Mal seit 20 Jahren. China steht bei der Marke VW für rund die Hälfte der Auslieferungen insgesamt.

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
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Der größte Einzelmarkt China leidet unter anderem wegen der Zollstreitigkeiten mit den USA. Außerdem sieht es so aus, als würde die chinesische Wirtschaft an Dynamik verlieren. Im gerade begonnenen Jahr rechnet der chinesische Branchenverband zwar wieder mit einem leichten Plus, viele Experten gehen aber von einem weiteren Rückgang aus. Allerdings könnte die Regierung in Peking, wie schon des öfteren geschehen, stützend in den Markt eingreifen.

Fokus auf  Ertragsstärke

Ansonsten wurde der Autobauer in den meisten Regionen 2018 mehr Autos los, darunter in Deutschland, Europa, den USA und Südamerika. Insgesamt legten die Auslieferungen 2018 weltweit aber um nur 0,2 Prozent auf 6,24 Millionen Autos zu, wie das Unternehmen mitteilte. Fast jeder fünfte 2018 verkaufte Volkswagen war ein SUV.

VW-Fahrzeuge auf Chinas Straßen

Deutsche Autos auf Chinas Straßen. | Bildquelle: (c) dpa

„2019 wird vor allem vor dem Hintergrund wachsender geopolitischer Risiken erneut ein Jahr enormer Herausforderungen für die Marke“, sagte der fürs Tagesgeschäft zuständige Manager Ralf Brandstätter. „Neben Volumenwachstum werden wir unseren Fokus künftig noch stärker als bisher auf Ertragsstärke legen. Die Marke Volkswagen müsse nachhaltig profitabel werden", so Brandstätter. Diese Aussage deutet darauf hin, dass man im Management wohl nicht mehr mit signifikantem Volumenwachstum rechnet.

Porsche ist in China beliebt

Bei Porsche lief es hingegen besser: Gute Geschäfte in China haben dem Sportwagenbauer 2018 erneut Rekordverkaufszahlen beschert. Weltweit wurden 256.255 Fahrzeuge ausgeliefert, das sind vier Prozent mehr als im Jahr zuvor, wie die Volkswagen-Tochter mitteilte.

Am häufigsten verkauften sich die Geländewagen-Modelle Macan und Cayenne, die höchste Zuwachsrate erzielte die Limousine Panamera. Während der Absatz des Sportwagenbauers in China um zwölf Prozent zulegte und in den USA um drei Prozent, schrumpfte er im vergangenen Jahr in Europa um vier Prozent.