Dschungelbuch-Figur Baloo der Bär schaut erschreckt

Behörde kippt 42 Jahre alte Regelung US-Medien: Beginnt jetzt die Fusionitis?

Stand: 17.11.2017, 14:38 Uhr

In den USA gibt es künftig weniger Hindernisse für Zusammenschlüsse in der Medienbranche. Nun dürfen die Konzerne gleichzeitig eine Zeitung und einen TV-Sender besitzen. Das weckt Begehrlichkeiten.

Zudem stimmten die Regulierer der Federal Communications Commission (FCC) dafür, dass ein Konzern mehrere Fernsehsender in ein- und demselben Markt besitzen darf. Bei den Demokraten stieß die Entscheidung der von Republikanern dominierten Behörde auf Kritik. "Hier geht es darum, großen Medienkonzernen zu helfen, noch größer zu werden", sagte das demokratische FCC-Mitglied Mignon Clyburn. Den Republikanern sei mehr daran gelegen, die Weihnachtswünsche der Branche zu erfüllen, statt das öffentliche Interesse zu berücksichtigen.

FCC-Chef Ajit Pai erklärte hingegen, es sei "völliger Unfug", dass die Regelungen angesichts der massiven Umbrüche in der Medienbranche so lange in Kraft gewesen seien. Die Entscheidung der FCC eröffnet Großkonzernen der Branche neue Expansionsmöglichkeiten: Tegna, CBS Corp und Nexstar hatten sich bereits für eine Neuregelung stark gemacht.

Kauft Sinclair den Rivalen Tribune Media?

Auch der Fernsehsender Sinclair könnte nun grünes Licht für den milliardenschweren Kauf seines Rivalen Tribune Media erhalten, ohne zuvor Firmenanteile verkaufen zu müssen. Der amerikanische Medienmarkt befindet sich im Umbruch, auch Kabel- und Telekomanbieter drängen mehr und mehr dorthin.

Im TV-Bereich hat sich der Wettbewerb durch Streaming-Dienste wie von Netflix und Amazon verschärft. Der Kabelbetreiber und Medienkonzern Comcast und der Mobilfunker Verizon Communications haben Insidern zufolge Interesse an einem Kauf von Teilen des - zum Imperium von Medienmogul Rupert Murdoch gehörenden - Film- und Fernsehkonzerns Twenty-First Century Fox signalisiert.

Fox-Aktien steigen

Es handle sich um dieselben Unternehmensteile, an denen auch Disney interessiert sei, berichtet der TV-Sender CNBC. Das "Wall Street Journal" hingegen berichtete, dass es unklar sei, ob es um Teile oder den ganzen Konzern gehe. Berichten zufolge will Disney große Teile von Fox übernehmen. Fox-Aktien stiegen nachbörslich um fast acht Prozent.

lg