Tesla

KBA-Statistik Tesla überholt sie alle

Stand: 06.05.2020, 13:24 Uhr

Die Auto-Neuzulassungen in Deutschland sind im April um über 60 Prozent eingebrochen. Einzig der Elektroautobauer Tesla konnte ein Plus erzielen.

Insgesamt sank die Zahl der Auto-Neuzulassungen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 61,1 Prozent, wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in Flensburg am Mittwoch mitteilte. Nie zuvor seit Beginn der 2000er-Jahre wurden in einem Monat so wenige Neuwagen zugelassen.  

Beispielloser Markteinbruch

"Im April wird das ganze Ausmaß der Corona-Folgen für den Pkw-Markt sichtbar", sagte Reinhard Zirpel, der Präsident des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeughersteller. "Wir haben es mit einem beispiellosen Markteinbruch zu tun." 

Der Grund für diesen dramatischen Einbruch liegt auf der Hand, sind doch in den meisten Bundesländern die Autohäuser erst wieder seit dem 20. April geöffnet. Zudem dämpft die Corona-Pandemie die Kauflaune der Kunden.

Überall zweistellige Einbußen - nur bei Tesla nicht

Bei allen deutschen Marken zeigten sich laut KBA im April zweistellige Rückgänge. Sie reichen von einem Minus von 39,2 Prozent bei der BMW-Tochter Mini bis zu einem Minus von 94,1 Prozent bei der Mercedes-Tochter Smart. 

Als einzige Importmarke erreichte Tesla mit 10,4 Prozent ein Neuzulassungsplus. Alle weiteren Importmarken verzeichneten Zulassungseinbußen, die eine Bandbreite von minus 20 Prozent bei DS bis zu minus 74,8 Prozent bei Mazda aufwiesen.  

Autobranche hofft auf Politik

Insgesamt neu zugelassen wurden laut Behörde im April lediglich 120.840 Pkw. Die meisten davon, nämlich 58 Prozent, wurden auf Unternehmen zugelassen, nur knapp 42 Prozent auf Privatkäufer. 

Die Autoindustrie fordert angesichts des beispiellosen Einbruchs staatliche Kaufprämien für Neuwagen. Sie soll es nicht nur für Elektroautos und Plug-in-Hybride geben, sondern auch für Diesel und Benziner, so der Wunsch der Branche. 

Experte fordert rasche Klarheit über Kaufprämie

"Die aktuelle Diskussion über eine mögliche Kaufprämie führt dazu, dass potenzielle Käufer lieber abwarten und die Kaufentscheidung verschieben – das ist genau das, was die Branche derzeit nicht gebrauchen kann. Hier wäre es sehr hilfreich, wenn möglichst schnell für Klarheit gesorgt wird", fordert Peter Fuß, Partner bei der Unternehmensberatung EY. 

Generell könne eine Kaufprämie durchaus ein wichtiger Impuls sein, meint Fuß. Das habe die Abwrackprämie im Jahr 2009 gezeigt. "Ein ähnlich starker Impuls wäre in der aktuellen Situation extrem hilfreich." Nicht nur für die Autohersteller, sondern auch für Zulieferer und angrenzende Branchen.

ag