Fernseher mit umfliegenden Filmen

Wettlauf um den Zuschauer Die Telekom ist jetzt Netflix-Herausforderer

Stand: 27.08.2018, 14:31 Uhr

Der Trend zum Streaming von TV-Inhalten ist ungebrochen, vor allem internationale Anbieter wie Netflix oder Amazon Prime bestimmen hierzulande den Markt. Jetzt will auch die Telekom mitmischen: Ihr Streaming-Angebot Entertain TV soll nicht nur ausgebaut werden.

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Wie das Branchenmedium „Werben & Verkaufen“ berichtet, soll Entertain TV sogar auch für Nichtkunden der Telekom geöffnet werden. „Bereits im Oktober könnte die Telekom Entertain TV Serien als eigenständiges Produkt anbieten“, schreibt das Medium. Um gegen die US-Konkurrenz der Platzhirsche Netflix und Amazon sowie gegen Sky zu bestehen, wolle die Telekom in exklusive Inhalte und Serien investieren, heißt es weiter.

Aber macht das überhaupt noch Sinn? Der hiesige Branchendienst „Meedia“ hatte unlängst aus einer britischen Studie zitiert: Der deutsche Markt sei bereits so gesättigt, dass ein Wachstum nur noch in die Breite möglich sei, analysieren die britischen Marktforscher von Ampere Analysis. Damit ist die Nutzung mehrerer Dienste gemeint.

Der Trend geht zum Zweit- und Dritt-Account

Mittlerweile nutzten 47 Prozent derjenigen Haushalte in Deutschland, die einen Streamingdienst abonniert haben, mehrere VoD-Dienste parallel, schreiben die Medienbeobachter von Meedia. Dabei investiere der deutsche Zuschauer monatlich rund 17 Euro für Pay-TV-Abonnements.

Das bedeutet auf jeden Fall ein noch größeres Angebot für den Konsumenten. Und es verlangt vom modernen Binge Watcher (übersetzt bedeutet das etwa Vielseher oder besser: Komaglotzer), das Zeitmanagement so effizient wie möglich zu gestalten.

Netflix-Abonnenten weltweit

Netflix-Abonnenten weltweit. | Bildquelle: Netflix, Grafik: boerse.ARD.de

Die nächsten VoD-Offensiven sind längst vorbereitet

Wahlfreiheit hat ihren Preis: Denn neben der Verwaltung der Abonnements und der Beobachtung des reichhaltigen Angebots der verschiedenen Dienste muss die letztlich begrenzte Ressource Zeit irgendwie auch noch für den Serien- und Filmkonsum reichen. Die älteren Semester erinnern sich: Früher hatte man die Glotze angemacht und geschaut was dann so kam – oder eben ausgemacht.

Angesichts der enormen Konkurrenz ist für die Telekom Geschwindigkeit wichtig. „Mit einem Start im Oktober würde die Telekom RTL und ProSiebenSat.1 zuvor kommen, die ebenfalls Offensiven im umkämpften Streaming-Markt planen“, unterstreicht „Werben & Verkaufen“.

ts