Deloitte Christmas Survey 2017

Weihnachtsgeschäft steht vor der Tür Süßer die Kassen nie klingeln

Stand: 07.11.2017, 09:52 Uhr

Die Auslagen von Lebkuchen und Stollen in den Supermärkten sind nicht mehr zu übersehen: Ein eindeutiges Zeichen dafür, dass das Weihnachtsgeschäft vor der Tür steht. Der Ausblick ist in diesem Jahr mehr als stimmungsvoll.

Laut der diesjährigen Studie der Unternehmensberatung Deloitte sitzt den Deutschen in diesem Jahr das Geld für Geschenke so locker wie noch nie: Rund 484 Euro wollen sie an Weihnachten durchschnittlich für Geschenke und Verpflegung ausgeben. Das sind 20 Euro oder vier Prozent mehr als im letzten Jahr.

Dabei hat sich über ein Drittel der Konsumenten vorgenommen, die Präsente schon im November zu besorgen. Spezielle Verkaufstage wie der "Black Friday" spielen für deutsche Käufer so gut wie keine Rolle. Nur knapp über zwei Prozent der Befragten planen an einem dieser Tage ihre Geschenke zu kaufen. Anfang Dezember wollen sich gut 25 Prozent auf den Weg machen.

Stationärer Handel im Vorteil

Und noch etwas unterscheidet den deutschen Weihnachtsshopper von seinem amerikanischen Pendant: Er bevorzugt nach wie vor den Einkauf im stationären Handel. Laut dem "Deloitte Christmas Survey" planen zwei Drittel der Bundesbürger auch in diesem Jahr, die Geschenke im Fachhandel vor Ort und nicht über das Internet zu kaufen. Die Schallmauer von 90 Milliarden Euro Umsatz in der Weihnachtszeit dürfte in diesem Jahr deutlich überschritten werden.

Eine Frau mit mehreren Einkaufstüten

Shopping. | Bildquelle: picture alliance / dpa

"Erlebnisse vor Ort zählen für viele Menschen zum Weihnachtseinkauf dazu: einen Pullover fühlen, ein Parfüm riechen, Süßigkeiten probieren oder Farben direkt vor Ort kombinieren", bestätigt auch der Einzelhandelsverband EHI die anhaltend hohe Bedeutung des stationären Geschäfts. Allerdings liegt auch das Online-Shopping weiter im Trend. Jeder Zweite plant, zumindest einen Teil seiner Geschenke über das Internet zu bestellen.

Schokolade am beliebtesten

Aktien von Onlinehändlern haben sich denn auch in diesem Jahr besser entwickelt als die meisten traditionellen Konsumtitel. Der Kurs von Amazon ist seit Jahresbeginn auf Dollarbasis um knapp 50 Prozent. Die Aktie des deutschen Online-Modehändlers Zalando zog um 20 Prozent an.

Bücher sind übrigens in diesem Jahr nicht mehr die beliebtesten Geschenke. Zwar wollen sie 41 Prozent verschenken, 38 Prozent würden gerne welche bekommen - begehrter indes sind aber Süßigkeiten: Rund 44 Prozent würden sich über Pralinen und Schokolade freuen, knapp 41 Prozent haben gute Aussichten darauf.

Geld sitzt lockerer

Lindt und Sprüngli. | Quelle: Unternehmen

Tatsächlich ist Schokolade an Weihnachten vom Gabentisch schwer wegzudenken. Davon profitieren vor allem Unternehmen klassische "Weihnachtsaktien" wie Lindt & Sprüngli und Mondelez (Milka). Allerdings sind beide Papiere in den vergangenen zwei Jahren, teils unter erheblichen Schwankungen, eher seitwärts gelaufen.

Doch auch für teurere Geschenke sind die Verbraucher bereit, ihren Geldbeutel zu öffnen. Laut der jüngsten Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) bleiben die deutschen Konsumenten im Spätherbst 2017 in bester Kauflaune. Die Anschaffungsneigung ist auf 59,2 Punkte gestiegen - gut neun Zähler mehr als im Vorjahr.

"Eine hohe Job- und damit auch Planungssicherheit sowie spürbar gestiegene Einkommen sorgen dafür, dass die Verbraucher eher bereit sind, ihre Geldbeutel zu öffnen und bei ihren Ausgaben großzügig zu sein", so die GfK.

Post ist der lachende Dritte

Wie wichtig das Jahresendgeschäft für viele Firmen ist, zeigt das Beispiel der Einzelhändler Metro (Lebensmittel) und Ceconomy (Elektronik). Deren Geschäftsjahr endet nicht mit dem Kalnderjahr, sondern Ende September. Der Grund dafür ist, das wichtige Weihnachts- und Jahresendgeschäft nicht mit Inventur- und Jahresabschlussarbeiten zu belasten.

Lachender Dritter des Weihnachtsgeschäfts dürfte übrigens, wie schon in den Vorjahren, die Deutsche Post sein. Schließlich müssen die bestellten oder als Geschenk gedachten Pakete auch ausgeliefert werden. Gut möglich, dass dies der Aktie, die in diesem Jahr bereits um 30 Prozent gestiegen ist, einen neuen Schub verleiht.

lg

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Schaut auf diese Weihnachtsaktien Von Lindt bis Zalando

<b>Lindt & Sprüngli NA</b><br />Die klassische Weihnachtsaktie ist der Schweizer Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli - eigentlich. Zwar überfluten die Lindt-Weihnachtsmänner jedes Jahr die Supermärkte von ganz Europa, doch hat sich die Aktie in den letzten Jahren als Ladenhüter erwiesen. Das Problem: In Nordamerika läuft das Schokoladengeschäft eher schleppend, der Umsatz ist im ersten Halbjahr sogar gesunken. Anleger können aber auf eine üppige Dividene hoffen. In diesem Jahr hat Lindt 880 Franken je Namensaktie ausgeschüttet.: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 1 Jahr

Lindt & Sprüngli NA
Die klassische Weihnachtsaktie ist der Schweizer Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli - eigentlich. Zwar überfluten die Lindt-Weihnachtsmänner jedes Jahr die Supermärkte von ganz Europa, doch hat sich die Aktie in den letzten Jahren als Ladenhüter erwiesen. Das Problem: In Nordamerika läuft das Schokoladengeschäft eher schleppend, der Umsatz ist im ersten Halbjahr sogar gesunken. Anleger können aber auf eine üppige Dividene hoffen. In diesem Jahr hat Lindt 880 Franken je Namensaktie ausgeschüttet.