Besucher einer Spielemessespielen an Sony Playstation-Konsolen
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Rivalität der Spielekonsolen Zocken unterm Weihnachtsbaum

Stand: 20.12.2017, 08:25 Uhr

Mehr Leistung, bessere Bildqualität, mehr Spielspaß: Die Rivalität der Konsolenhersteller Sony und Microsoft hat in diesem Jahr nochmal Fahrt aufgenommen. Und ein weiterer Player findet wieder zu alter Form: Nintendo. Die Auswahl an Weihnachten ist also groß.

Mit der immer noch recht neuen Plattform Switch hat Nintendo jedenfalls einen Treffer gelandet. Bereits mehr als zehn Millionen Mal hat sich die neue Konsolengeneration bereits verkauft. Damit ist der japanische Konzern auf dem Weg, die selbst gesteckten Ziele zu übertreffen. Bis zum März sollten ursprünglich 14 Millionen Switch-Konsolen verkauft werden. Nintendo hob jetzt die Prognose auf 16,7 Millionen Stück an.

Das Besondere an der Switch ist, dass man sie einerseits wie eine normale Konsole an das TV-Gerät anschießen kann. Man kann sie aber auch als Handheld verwenden und damit unterwegs im Bus oder wo auch immer spielen. Der Erfolg ließ sich jüngst an den Halbjahreszahlen ablesen.

Nintendo Switch

Nintendo Switch. | Bildquelle: Imago

Beim operativen Ergebnis hat die Switch zu einem "Turnaround" geführt. Machte Nintendo vor Jahresfrist hier noch ein Minus von knapp sechs Milliarden Yen, lag man operativ nun mit fast 40 Milliarden Yen (300 Millionen Euro) in der Pluszone. Auch die Aktie hat davon kräftig profitiert: In den vergangenen zwölf Monaten rückte das Papier um mehr als 40 Prozent vor.

Sony-Spielesparte wächst rasant

Von den mehr als 70 Millionen Verkäufen, die Sony mit der Playstation 4 gelungen sind, kann Nintendo natürlich nur träumen. Unter anderem der Erfolg der im November 2013 in Europa eingeführten Konsolengeneration hat auch dem Konzern wieder Luft verschafft, der in den vergangenen Jahren hart saniert werden musste.

Sony Playstation PS4 Pro

PS4 Pro. | Bildquelle: Unternehmen

Die Sony-Spielesparte verzeichnete im vergangenen zweiten Quartal ein Umsatzplus von 35,4 Prozent zum Vorjahresquartal auf 433,2 Milliarden Yen. Dazu trugen neben dem schwachen Yen die gestiegene Nachfrage nach Software für die Playstation 4, aber auch ein höherer Umsatz mit der Konsole selbst bei. Auch die Sony-Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten kräftig um fast 40 Prozent zugelegt. 

Im November 2016 erschien schließlich die Playstation 4 Pro als eine Art Update oder Zwischengeneration, die eine bessere Grafik und das Spielen von 4k-Titeln ermöglicht. Wann eine komplett neue Konsolengeneration erscheinen wird, ist derzeit unklar.

Microsoft von Sony abgehängt

Xbox One X

Xbox One X. | Bildquelle: Unternehmen

Den höchsten technischen Standard setzte in diesem November der Konkurrent Microsoft. Was die reine Rechenleistung betrifft, ist Microsofts neue Konsole Xbox One X derzeit das Nonplusultra. Sie bietet derzeit wohl das beste grafische Spielerlebnis, auch wenn der Unterschied zum Modell PS4 Pro nicht groß genug sein soll, um den deutlich höheren Preis zu rechtfertigen.

Mit der Xbox One und dem leistungsmäßig getunten Modell Xbox One s hat Microsoft aber mit Sonys PS4 und PS4 Pro vergleichbare Modelle am Start, die günstiger als die Xbox One X zu haben sind. Wie bei den PS4-Varianten von Sony auch, sind sämtliche Microsoft-Spiele dieser Generation auf allen Modellen spielbar.  

Verkaufszahlen der Konsolen liefert Microsoft nicht mehr. Es ist aber unstrittig, dass Sonys Verkäufe deutlich über den Microsoft-Zahlen liegen und Microsoft nur zweiter Sieger ist - oder erster Verlierer. Als Grund für den Erfolg im sogenannten Konsolenkrieg gilt unter anderem, dass Sony über ein deutlich besseres Angebot an Exklusiv-Spielen verfüge.      

Mancher fühlt sich abgehängt 

Die Konkurrenz unter den Konsolenherstellern ist so lebendig wie lange nicht. Das ist gut für die Konsumenten. Es gibt jedoch viele Spieler, die nicht begeistert sind von der Fragmentierung innerhalb der einzelnen Modellreihen bei Sony und Microsoft. Schließlich bestand der Charme der Konsolenlösung bislang darin, so das Argument, dass man sich für ein Modell entschied und damit mehrere Jahre lang spielen konnte. Trotzdem blieb man während einer Konsolengeneration technisch auf der Höhe der Zeit. Niemand musste neidisch sein, weil bei Torben das Spiel ja genauso hübsch aussah wie bei Mia.   

Heute müsse man sich hingegen das „Modell-Update“ zulegen, wenn man ein Spiel in der bestmöglichen grafischen Qualität erleben will. Aus Sicht der Unternehmen ist das der gewollte Effekt, denn so lässt sich mehr Hardware verkaufen. Und um Produkte zu verkaufen, sind die Unternehmen schließlich gegründet worden.

ts