Megatrend Robotik

Megatrend Robotik Schöne neue Automatenwelt

Stand: 24.11.2017, 10:23 Uhr

Der "Megatrend" Robotik wird in den kommenden Jahren in vielen Lebensbereichen eine zunehmende Rolle spielen. Ob bei der industriellen Fertigung, in der Medizin, aber auch beim Autofahren oder im Gesundheitswesen - Roboter werden unsere Zukunft bevölkern.

30 Minuten nach der Online-Bestellung eines Produktes surrt es vor dem Hauseingang, eine Drohne setzt ein Paket ab, verschickt eine Bestätigungs-Mail an den Kunden und den Absender und summt wieder davon. Einen Werbefilm mit einer solchen Szene gibt es bereits, er stammt vom Online-Händler Amazon, der seine Päckchen in Zukunft auch auf kurze Distanz per Roboter durch die Luft verschicken will.

Vom Rasenmäher…

Die Robotik wird seit kurzem für viele Verbraucher auch im Alltagsleben sichtbar. Zum Beispiel durch den Saug- oder Rasenmähroboter in Form eines riesigen Diskus, der über den Parkettboden oder die Grasnabe summt und sich nach getaner Arbeit selbständig zurück zur Ladestation navigiert, um auf den nächsten Einsatz zu warten.

… über die Militär-Drohne…

Weit größere Umsätze werden derzeit noch eher in anderen Bereichen mit Robotern erzielt. Automatische Waffensysteme wie Drohnen sind durch die Krisenherde der Welt bekannt geworden, in Autofabriken sorgten Industrieroboter dafür, dass Schweißnähte mit hoher Präzision ausgeführt werden oder Artikel in gigantischen Warenlagern transportiert werden.

… den Roboter-Chirurgen…

Nicht zuletzt im Gesundheitswesen und der Medizin sind Roboter mit Sicherheit ein Teil unserer Zukunft. Bereits jetzt unterstützen sie die Ärzte etwa in der Chirurgie, so zum Beispiel bei Kleinsteingriffen (minimal invasiv). Pflegeroboter, die viele der Aufgaben von Pflegediensten übernehmen können, sind noch Zukunftsmusik, aber ebenfalls bald zu erwarten.

… bis zum automatischen Auto

Nicht zuletzt wird der Traum vom "autonomen" Autofahren binnen einiger Jahre wohl Wirklichkeit werden. Die Technologie dafür ist bereits in der Erprobungsphase, rechtliche Hürden werden dafür noch genommen werden müssen.

Das Marktpotenzial des Robotik-Trends ist nach Ansicht von Experten entsprechend gigantisch: In einer Langzeitprognose ging das McKinsey Global Institute zuletzt von einem Umsatzpotenzial zwischen 1,7 und 4,5 Billionen Dollar ab dem Jahr 2025 aus. Davon sollen 800 Milliarden bis 2,6 Billionen Dollar alleine auf den Gesundheitssektor entfallen.

Einen festen Platz haben Roboter bereits in der industriellen Fertigung, etwa von Autos. Immer mehr Roboter kommen in Fabrik- und Lagerhallen zum Einsatz und werden, ganz nebenbei, den Menschen als Arbeitskraft weiter in den Hintergrund drängen. Marktführer wie die chinesische Fanuc oder auch die deutsche Kuka, die kürzlich von der chinesischen Midea übernommen wurde, sind hier mit großen Marktanteilen vertreten. Das Wachstum in diesem Bereich, der verschiedenste Branchen umfasst (s. unsere Grafik) ist ungebrochen und wird sich nach Expertenschätzungen sogar noch beschleunigen.

Zahl der Industrieroboter weltweit

Zahl der Industrieroboter weltweit. | Bildquelle: IFR World Robotics 2017

Großkonzerne und Nischenplayer

Internationale Großkonzerne versuchen sich durch gezielte Übernahmen oder Expansion Geschäftsfeld Robotik entsprechend zu positionieren. Die großen Autokonzerne etwa investieren in Systeme, die das "driverless" Auto ermöglichen sollen. Auch deutsche Hersteller wie Daimler testen bereits eifrig in Feldversuchen in den USA.

Alphabet C: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Auch Internet-Größen wie die Google-Muttergesellschaft Alphabet mischen bei der schönen neuen Roboterwelt eifrig mit. Google Cars sondieren nicht nur fahrerlos die USA, sondern auch die Marktchancen des automatisierten Fahrens und Transportierens. Amazon hatte bereits 2012 einen Lagerroboter-Hersteller gekauft, um seine eigene Warenhaltung zu optimieren und bei der Entwicklung in Front zu sein.

Nicht nur Gewinner

Als Anlagethema drängt sich die Robotik damit geradezu auf. Die Unternehmen, die ein Stück vom Wachstumskuchen abbekommen, dürften auch als Aktie hochinteressant bleiben. Wie in allen Wachstumsbranchen wird es aber auch hier Gewinner und Verlierer geben. Der Investor sollte die Geschäftsentwicklung der Unternehmen und ihre Bewertung durch Experten stets im Auge behalten (s. unsere Chartserie).

Fonds, Zertifikat oder ETF

Eine ganze Auswahl von Anlageprodukten hat der private Investor inzwischen, um vom Automatisierungstrend mitzuprofitieren. Der Fonds der Schweizer Fondsgesellschaft Pictet setzt überaus erfolgreich auf die Robotik-Branche. Neben reinen Roboter-Aktien finden sich im Portfolio auch Anbieter von Firmen, die mit Mirco-Prozessoren oder dem Cloud-Geschäft aktiv sind. Seit Jahresbeginn hat der Fonds fast 50 Prozent an Wert gewonnen.

Die Zertifikate-Industrie hat das Thema Robotik ebenfalls entdeckt. Anfang 2014 gab die Schweizer UBS als erste ein Zertifikat auf einen eigens geschaffenen Brachenindex heraus (WKN UBS0RD). Er enthält zurzeit 14 Unternehmen aus dem Sektor und wird zwei Mal jährlich neu gewichtet.

Rund 100 Unternehmen finden sich in einem ETF (Exchange Traded Fund), der von der US-Firma Robostox herausgegeben gemanagt wird. Der ROBO-STOX Global Robotics and Automation Index ETF (WKN A1W8T5) notiert an der US-Technologiebörse Nasdaq und damit in US-Dollar. Er enthält aber auch deutsche Titel wie den Industrie-Roboter-Hersteller Kuka und den Spezialisten für Getränke-Anlagen Krones, die beide MDax-Mitglieder sind. Der Fonds hat binnen kurzer Zeit einen dreistelligen Millionen-Betrag an Anlegergeldern eingesammelt.

AB