Kreuzfahrtschiff

Kreuzfahrtbranche lockt immer mehr Passagiere an Reiseboom auf hoher See

Stand: 13.04.2018, 10:28 Uhr

Die Reiselust der Deutschen ist ungebrochen. Vor allem Kreuzfahrten sind beliebter denn je. Im vergangenen Jahr machten acht Prozent mehr Bundesbürger eine Reise auf hoher See. Die Kreuzfahrtbranche boomt.

Groß, größer, am größten: Die Kreuzfahrtschiffe wandeln sich immer mehr zu einer fahrenden Kleinstadt. Von Jahr zu Jahr werden sie größer, um noch mehr Passagiere aufzunehmen.

Das größte Kreuzfahrtschiff der Welt

Gerade erst ging die "Symphony of the Seas" der amerikanischen Reederei Royal Carribean im Mittelmeer auf Jungfernfahrt. Das größte Kreuzfahrtschiff der Welt misst vom Bug bis zum Heck mehr als 360 Meter und bietet fast 6.700 Passagieren Platz. "Viel größer wird's nicht, wir wollen auch ja noch anlegen können", sagt Reederei-Chef Michael Bayley in der "Welt am Sonntag".

Auch die Konkurrenten von Royal Carribean wachsen in immer gigantischere Dimensionen. So wird im August die Aida Nova, das bislang größte Aida-Kreuzfahrtschiff vor der Papenburger Meyer-Werft getauft - mit einem Mega-Konzert von Starmusiker David Guetta. Bereits drei Monate vorher sticht der Rivale Tui Cruises mit der neuen "Mein Schiff 1" auf hohe See. Es ist der bislang größte Dampfer der Tui-Flotte.

Immer mehr Menschen gehen an Bord

Die Nachfrage für die gigantischen Dampfer ist da. Immer mehr Menschen buchen Reisen mit einem Kreuzfahrtschiff. Die Zahl der Passagiere wuchs binnen sechs Jahren um 5,6 Millionen auf fast 25 Millionen. 2022 dürften Schätzungen zufolge erstmals rund 30 Millionen Menschen auf Kreuzfahrt gehen.

Allein in Deutschland hat sich die Zahl der Gäste seit 2007 fast verdreifacht, verkündete Karl Pojer, Chef der Tui-Luxusmarke Hapag-Lloyd Kreuzfahrten, freudestrahlend auf der Reisemesse ITB. 2017 gingen 2,2 Millionen Bundesbürger an Bord - 8,4 Prozent mehr als im Vorjahr. "Kreuzfahrten sind und bleiben sexy", jubelt Pojer.

Rendite mit Kreuzfahrt-Aktien

Vom deutschen Kreuzfahrtboom profitieren vor allem die Aida, die zum Weltmarktführer Carnival gehört, die Tui und die Hapag-Lloyd. Sie verzeichneten starke Wachstumsraten.

Anleger können an der Rekordbranche partizipieren. Die Aktien von Tui und Hapag-Lloyd sind zuletzt kräftig gestiegen, sie machen aber nur einen Teil ihres Geschäfts im Kreuzfahrtbereich. Die Titel der reinen Kreuzfahrt-Riesen wie Carnival und Royal Carribean taten sich zuletzt etwas schwerer, auf Mehr-Jahres-Sicht hatten sie aber Rückenwind.

Das Schweröl-Problem

Das einzige Problem, das die Jubelstimmung der Branche trübt, ist die Umweltverschmutzung. Die meisten Kreuzfahrtschiffe verwenden als Treibstoff Schweröl, das bei der Destillation von Rohöl entsteht. Bei der Verbrennung fallen krebserregende Schwefelschadstoffe, Stickoxide und Feinstaub an. Die Weltgesundheitsorganisation WHO stuft Schweröl als krebserregend ein.

Nur wenige Anbieter haben bisher umgestellt. Hurtigruten zum Beispiel fährt jetzt ausschließlich mit Marinediesel. Hapag-Lloyd setzt zumindest im Expeditionssegment zu 70 Prozent Marinediesel ein, heißt es der "Süddeutschen Zeitung". In der Meyer Werft arbeitet man an einem Null-Emissions-Schiff. Doch bis das kommt, kann es noch Jahre dauern…

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Die Kreuzfahrer-Aktien Dickschiffe unter sich

Auf dem ersten Platz in der Kreuzfahrtbranche liegt unangefochten die amerikanisch-britische Reederei <strong>Carnival Corporation & plc</strong>. Zu dem Unternehmen mit Sitz in Miami und Southhampton gehören Marken wie Aida, die italienische Costa und P&O Cruises. Im vergangenen Jahr setzte der Konzern 17,5 Milliarden Dollar um verdiente 2,6 Milliarden Dollar.: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 1 Jahr

Auf dem ersten Platz in der Kreuzfahrtbranche liegt unangefochten die amerikanisch-britische Reederei Carnival Corporation & plc. Zu dem Unternehmen mit Sitz in Miami und Southhampton gehören Marken wie Aida, die italienische Costa und P&O Cruises. Im vergangenen Jahr setzte der Konzern 17,5 Milliarden Dollar um verdiente 2,6 Milliarden Dollar.

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