Sixt- Angestellte zeigt die verschiedenen PKW-Modelle auf einem Tablet

Aktien haussieren Profitieren Autovermieter von der Krise?

Stand: 20.03.2020, 13:35 Uhr

Erich Sixt hat wegen der Corona-Krise bereits die Notbremse gezogen, will die Flotte reduzieren und die Dividende streichen. Jetzt bekommt der Autovermieter unerwartet Aufwind.

Die Aktien der Autovermieter sind am Freitagvormittag kräftig angestiegen, nachdem Agenturen berichteten, die Amerikaner und wohl auch viele Europäer würden wegen der Coronakrise vermehrt im Auto verreisen.

Denn ähnlich wie nach den Anschlägen des 11. September sei auch jetzt die Luftfahrt weitgehend zum Erliegen gekommen. Und Zugfahrten gelten wegen der Ansteckungsgefahr ebenfalls als unsicher. Vor allem in den USA dürften die Menschen daher vermehrt auf das Auto zurückgreifen, um von A nach B zu kommen.

Alles nur ein Strohfeuer?

Davon dürften auch die Autovermieter profitieren, allen voran die US-Anbieter Avis und Hertz, aber auch Sixt und Europcar. Die Aktien dieser Firmen springen jedenfalls in die Höhe.

Experten zufolge könnte es sich aber um ein Strohfeuer handeln, deutet doch vieles darauf hin, dass es auch in Deutschland und in weiten Teilen der Vereinigten Staaten zu massiven Ausgangsbeschränkungen kommen wird, wie dies bereits in Frankreich, Spanien und Italien der Fall ist.

Ausgangssperren angekündigt

So hat etwas Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) weitreichende Ausgangsbeschränkungen für den ganzen Freistaat angekündigt. Das Verlassen der eigenen Wohnung ist ab Samstag nur noch bei Vorliegen triftiger Gründe erlaubt. Dazu zählen unter anderem der Weg zur Arbeit, notwendige Einkäufe, Arzt- und Apothekenbesuche, Hilfe für andere, Besuche von Lebenspartnern, aber auch Sport und Bewegung an der frischen Luft - dies aber nur alleine oder mit den Personen, mit denen man zusammenlebt.

Ähnliche Maßnahmen gelten auch in Kalifornien und in New York. Deutschlands führender Autovermieter, Sixt, hat wegen der Corona-Krise längst die Notbremse gezogen. Weil der Luftverkehr weitgehend eingestellt wurde, will auch Sixt seinen Fuhrpark verkleinern, und bei Personal- und Sachkosten erheblich sparen.

Dividende gestrichen

"Die Corona-Krise trifft die Reise- und Mobilitätsbranche und damit auch Sixt in einer Intensität, die noch vor wenigen Wochen nicht absehbar war", sagte Erich Sixt. Zum ersten Mal in diesem Jahrtausend streicht das Unternehmen deshalb die Dividende für die Stammaktien. Gut möglich also, dass die Kursrally der Autovermieter nur ein kurzes Strohfeuer ist.

lg