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Noch keine schöne neue Welt E-Autos: Rasantes Wachstum in der Nische

Stand: 06.02.2020, 09:21 Uhr

Autos mit einem Elektromotor wird die ganz große Zukunft prophezeit. Doch wie sehen das die Autokäufer? Die neuesten Zulassungszahlen aus Europa machen deutlich, dass noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten ist.

Europaweit wurden im vierten Quartal trotz des teilweise schlechten Ansehens laut dem Herstellerverband Acea immer noch 1,07 Millionen Dieselfahrzeuge zugelassen. Das waren 3,8 Prozent weniger als vor einem Jahr. Besser lief es für Autos, die über einen Benzinmotor verfügen. Diese verbuchten ein Plus von 11,7 Prozent auf 2,09 Millionen Einheiten. Europaweit wurden also immer noch mehr als drei Millionen Fahrzeuge mit traditionellen Verbrennungsmotoren verkauft - in nur drei Monaten.

Angesichts der gigantischen Herausforderung, den Temperaturanstieg auf der Erde zu begrenzen, sieht die Politik und weite Teile der Öffentlichkeit die Zukunft aber bei Elektroautos. Doch diese sind bisher deutlich teurer in der Anschaffung als traditionelle Autos mit Verbrennungsmotor. Um die Zahl der verkauften Elektrofahrzeuge zu erhöhen, werden diese in immer mehr Ländern steuerlich gefördert.

Außerdem sehen sich die Autokonzerne immer strengeren Emissionsgrenzwerten gegenüber. Dadurch sind die Firmen quasi gezwungen, steigende Mengen an Elektroautos zu verkaufen - (fast schon) koste es was es wolle. Ansonsten drohen milliardenschwere Strafzahlungen ab Ende laufenden Jahres.

Im vierten Quartal stiegen die Verkaufszahlen der besser beleumundeten Fahrzeuge kräftig an. Von Oktober wurden europaweit knapp 108.000 reine Elektroautos (BEV, Battery Electric Vehicles) abgesetzt - 57,3 Prozent mehr als entsprechenden Vorjahreszeitraum.

PHEVs wachsen am stärksten

Ein noch stärkeres Wachstum verbuchten so genannte Plug-In-Hybride (Plug-In-Hybrid Vehicles (PHEV)) mit einem Plus von 75,2 Prozent auf knapp 74.000 Fahrzeuge. Diese Modelle verfügen über eine Elektroantrieb mit einer stark begrenzten Batteriekapazität für kürzere Strecken und einen traditionellen Verbrennungsmotor als Hauptantriebsquelle bei längeren Strecken. Der Stromspeicher kann dabei wie bei reinen Elektroautos an Ladestationen aufgeladen werden.

Deutlich höhere Verkaufszahlen verbuchten auch Hybrid-Autos aus Verbrennungs- und Elektromotor, die nicht direkt an einer Ladestation elektrisch aufgeladen werden können. Diese so genannten Hybrid Electric Vehicles (HEV) verkauften sich von Oktober bis Dezember rund 264.000 Mal - ein Plus von 69,3 Prozent. Diese Art von Fahrzeugen gelten bei einer vorausschauenden Fahrweise als besonders sparsam.

Im Vergleich zu den drei genannten Kategorien fuhren Fahrzeuge mit Erdgas-, Flüssiggas- oder Ethanolmotor mit gut 59.000 Einheiten und einem Plus von 28,5 Prozent deutlich hinterher.

Bei den genannten Werten handelt es sich um die Zulassungszahlen innerhalb der gesamten EU plus Island, Norwegen und der Schweiz.

ME