DS X E-Tense von DS Automobiles, Autosalon Paris 2018

Sorge um abflauende Auto-Konjunktur Pariser Autosalon im Schatten der Dieselkrise

Stand: 04.10.2018, 17:50 Uhr

Dieselkrise, Handelskonflikte und Brexit machen zunehmend der Autobranche zu schaffen. Daimler, BMW und Conti mussten ihre Jahresprognose revidieren. Auf dem am Donnerstag eröffneten Pariser Autosalon stellen sich Manager und Experten auf härtere Zeiten ein.

Draußen scheint in Paris die Sonne. Doch drinnen in den Messehallen ziehen dunkle Wolken auf. "Die Stimmung ist trübe", meint Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer. Er prognostiziert eine abflauende Konjunktur in den China, den USA und in Deutschland schon in diesem Jahr. 2019 werde der weltweite Pkw-Markt um 1,9 Prozent schrumpfen, warnt Dudenhöffer.

2018 dürften weltweit 1,5 Prozent mehr Pkws verkauft werden, prophezeit die Ratingagentur Moody's. Aber Handels- und Zollstreitigkeiten, steigende Zinsen und höhere Kraftstoffpreise könnten den Absatz im kommenden Jahr beeinträchtigen.

BMW-Chef vorsichtig

Besorgt um die Autokonjunktur zeigen sich auch die Chefs der Konzerne. "Die Weltlage ist anspruchsvoller geworden", räumt BMW-Chef Harald Krüger ein. Die USA hätten den Peak erreicht. Und in Europa hinterlassen Brexit und die neue Abgas- und Verbrauchsnorm WLTP Bremsspuren. Einige Wettbewerber hatten vor den neuen Prüfzyklus mit Rabatten für Marktverwerfungen gesorgt. Dementsprechend brachen in Deutschland die Neuzulassungen im September ein.

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Börse 13.00 Uhr: Daimler und BMW profitieren vom Dieselgipfel

Zudem verunsichern Fahrverbote und die Diesel-Krise in Deutschland die Autobauer. Umtauschprämien und Umrüstungen älterer Dieselautos könnten die deutschen Autohersteller nach ersten Schätzungen einen zweistelligen Milliardenbetrag kosten. Der Branchenexperte Stefan Bratzel rechnet mit etwa 2,5 Millionen Fahrzeugen, die umgetauscht und nachgerüstet werden können. Bei Aufwendungen zwischen 2.500 und 5.000 Euro pro Fahrzeug summierten sich die Kosten für die Autobauer damit auf 6,0 bis 12,5 Milliarden Euro. Allerdings profitierten sie teilweise auch vom Neuverkauf von Fahrzeugen.

"Die gemeinsamen Anstrengen zielen darauf ab, das Vertrauen bei Kunden und insgesamt in die Diesel-Technik zu stärken", sagt Daimler-Chef Dieter Zetsche. "Das ist unsere gemeinsame Hoffnung."

Angst vor dem harten Brexit

Ähnlich düster ist das Bild in Großbritannien. Das Schreckgespenst eines chaotischen Brexit beunruhigt die Automanager. "Wenn es keine Lösung gibt, gibt es nur Verlierer auf beiden Seiten", warnte BMW-Chef Harald Krüger auf dem Pariser Autosalon. Der Manager mahnte: "Politisch brauchen wir eine Lösung." "Das Schlimmste ist ein harter Brexit", sagte Renault-Chef Carlos Ghosn. Es stehe zu hoffen, dass die Vernunft die Oberhand gewinne. Daimler-Boss Zetsche nannte die Brexit-Szenarien "generell besorgniserregend für die wirtschaftliche Entwicklung Europas".

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Trotz Brexit-Sorgen, Diesel-Krise und Handelsstreitigkeiten bleibt Zetsche im Optimisten-Lager. Derzeit zeichne sich (noch) keine Abschwächung der Autokonjunktur ab, meinte der Daimler-Chef  in Paris. "Wir sehen nach wie vor sehr viel Dynamik in China." Auch in anderen Regionen sei aktuell keine Wende zum Negativen zu beobachten.

Die nächste Welle der Elektroautos beginnt

Mit zahlreichen neuen Modellen wollen die Autobauer den Europäern wieder Lust auf den Kauf eines neuen Fahrzeugs machen. Neben SUVs und Limousinen setzen die deutschen Hersteller auch zunehmend auf Elektroautos, um der Diesel-Krise zu trotzen und den härteren CO2-Vorgaben nachzukommen. Audi bringt den neuen E-Tron nach Paris, Mercedes bietet den Elektro-SUV EQC an, und BMW zeigt den iNext.

Für einige Autokonzerne ist Paris freilich keine Reise mehr wert. Erstmals verzichtet VW auf einen eigenen Messestand. Lediglich die Töchter Audi, Seat und Porsche sind präsent. Auch Ford und Opel haben der Stadt der Liebe adieu gesagt. Dagegen zeigt Tesla Flagge in Paris. Im Gegensatz zum Genfer Autosalon und zur letzten IAA in Frankfurt ist der E-Auto-Pionier mit einem großen Stand in den Pariser Messehallen vertreten – wenn auch nur mit französischem Team.

nb

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