Mann tippt am Laptop

Umsätze schnellen nach oben Onlinebroker im Goldrausch

Stand: 31.03.2020, 14:22 Uhr

Wenn die Kurse in alle Richtungen ausschlagen, brechen glänzende Zeiten für Börsenbetreiber und Onlinebroker an. Gerade auf Onlinehandelsplätzen sind die Umsätze in den vergangenen Tagen massiv nach oben geschossen. Eine ganze Branche hat Grund zur Freude in freudlosen Zeiten.

Die Volatilität an den Aktienmärkten war in den vergangenen Wochen schwindelerregend. Teilweise drehten die Kurse binnen Minuten vollständig die Richtung, aus Plus wurde Minus, Börsenwert in Milliardenhöhe löste sich in Luft auf, die Erholungsrally am nächsten Tag ließ die virtuellen Milliarden wieder zurück in die Depots der Investoren fließen.

In Zeiten wie diesen können Anleger ein Vermögen machen - oder verlieren, denn alles hängt vom richtigen Zeitpunkt der Kauf- oder Verkaufsentscheidung ab. "Hin und Her macht Taschen leer", lautet eine alte Börsenweisheit. Das mag für viele Anleger gelten, die in der Hoffnung auf einen Treffer derzeit intensiv traden und mit mit ihren Entscheidungen meistens doch wohl hinterherhinken.

Bulle, Bär und Börsenkurse auf einem Notebook

Bulle und Bär außer Rand und Band. | Bildquelle: Imago

Die kräftig steigenden Umsätze füllen aber die Taschen der Börsenbetreiber und Onlinebroker, die an den Gebühren für jede Transaktion und andere Serviceleistungen verdienen. "Das Casino gewinnt immer", wie man in Las Vegas oder Monte Carlo aus Erfahrung weiß. Und in Zeiten, in denen viele Anleger im Homeoffice sitzen, lässt es sich noch leichter handeln.

"Handelszahlen schnellen nach oben"

In einem Gespräch mit der Schweizer Zeitung "Finanz und Wirtschaft" schildert Marc Bürki, CEO des Schweizer Onlinebrokers Swissquote, wie glänzend das Geschäft für sein Unternehmen gerade läuft: Die Handelszahlen seien nach oben geschnellt, erzählt Bürki. Etwa bis Mitte März habe man bereits eine Million Trades verzeichnet. "2019 kamen wir für das gesamte Jahr auf 2,8 Millionen. Die Volumen sind in ähnlichem Umfang gestiegen", so Bürki, der die Anleger auf ein starkes erstes Quartal vorbereitet.

Heute präsentierte der Frankfurter Onlinebroker Flatex die Geschäftszahlen des vergangenen Jahres und vermeldete eine Rekordumsatz von 134 Millionen Euro. Muhamad Chahrour, Flatex-CFO jubiliert: "Das ist erst der Anfang einer langen, erfolgreichen Story. 2020 wird für die Flatex-Gruppe ein absolutes Rekordjahr." Das erste Quartal 2020 sei das mit Abstand beste Quartal aller Zeiten gewesen.

Wir warten auf die Börsenzahlen

Auch die Deutsche Börse wird mächtig von den wie ein Jojo hüpfenden Kursen profitieren. Bereits im Februar hatte der Börsenbetreiber "durch die hohe Volatilität an den Finanzmärkten in der letzten Februar-Woche", wie das Unternehmen mitteilt, ungewöhnlich hohe Umsätze erzielt. Im Februar habe das Handelsvolumen bei 183 Milliarden Euro gelegen. Im Vorjahresmonat waren es noch 116 Milliarden - ein Zuwachs von 60 Prozent.

Das dürfte nur ein vager Vorgeschmack auf die Zahlen des Monats März sein, als der Tanz an den Märkten erst richtig begonnen hatte. Sie werden am morgigen Mittwoch präsentiert.

ts