Pakete werden mit einem Fahrzeug durch die Halle eines DHL-Paketzentrums transportiert

Schonfrist bis Weihnachten Online-Shopper aufgepasst: Pakete werden teurer

Stand: 10.12.2018, 13:31 Uhr

Vor Weihnachten bleibt noch alles beim Alten. Danach aber wollen Hermes, DHL und DPD die Paketpreise und die Deutsche Post das Briefporto erhöhen. Profitieren davon sollen tatsächlich die Zusteller, wird erzählt.

„Wir brauchen ein höheres Porto, weil unsere Personalkosten jedes Jahr um etwa drei Prozent steigen und gleichzeitig die Briefmengen um einen ähnlichen Wert sinken“, sagte Post-Chef Frank Appel der „Welt am Sonntag“. Für die Weihnachtspost sind aber noch keine Erhöhungen zu erwarten.

Auch im Paketversand versuche die Post-Tochter DHL, deutliche Preissteigerungen durchzusetzen, erklärte Appel. „Unsere Branche hat ein grundsätzliches Problem, weil die Zustellung zu gering bezahlt wird. Faktisch sind die letzten 50 Meter bis zur Haustür der teuerste Teil unserer Dienstleistung. Genau dort lässt sich aber die Effizienz kaum mehr steigern.“ Über einen Portoaufschlag speziell für die Haustür-Zustellung denke die Post im Gegensatz zu einigen Wettbewerbern aber nicht nach.

Frank Appel, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Post AG, am Steuer eines elektrisch angetriebenen Paketzustellfahrzeugs

Frank Appel, Vorstandsvorsitzender Deutsche Post. | Bildquelle: Unternehmen

Das Ziel: Zusteller besser bezahlen

„Wir werden die Preise stärker differenzieren“, kündigte auch Hermes-Deutschland-Chef Olaf Schabirosky dem „Hamburger Abendblatt“ gegenüber an. „Das heißt unter anderem auch, dass die Haustür-Zustellung teurer werden wird.“ Das Unternehmen hatte bereits im Frühjahr seine Paketpreise um durchschnittlich 4,5 Prozent erhöht.

Im kommenden Jahr werde es eine weitere, ähnliche Anhebung geben, kündigte Schabirosky an. „Insgesamt wollen wir den Preis für ein Paket um 50 Cent erhöhen. Das geht aber nur in mehreren Schritten.“ Ziel sei es, mit den Mehreinnahmen die Zusteller besser zu bezahlen. „Aktuell haben wir einen Mindestlohn von 9,50 Euro ausgerufen. In etwa vier Jahren kommen wir bei 12 Euro an“, erklärte der Manager.

DPD kündigte unterdessen an, nach einer Steigerung in diesem Jahr von 4,5 Prozent zum Jahreswechsel die Preise um 6,5 Prozent zu erhöhen. Als Gründe wurden etwa höhere Frachtkosten, die Erweiterung der Maut oder Tarifabschlüsse aufgeführt.

„Teilweise wird gezielt abgeworben“

Der boomende Online-Handel treibt die Nachfrage bei den verschiedenen Diensten immer weiter nach oben. Die Paketflut stellt die Zusteller vor große Probleme, die Suche nach Fahrern erweist sich bei niedrigen Löhnen als Herausforderung. „Der Arbeitsmarkt ist leer gefegt“, berichtete Schabirosky von Hermes. „Das E-Commerce-Wachstum war in den letzten Jahren sehr groß. Es gibt Mitbewerber, die in der Lage sind, höhere Löhne zu zahlen. Teilweise wird gezielt abgeworben. Im Laufe des Jahres haben wir dadurch etwa 1.000 Fahrer verloren.“