Ölwelle

Zweites Halbjahr Hoffnung für Öl-Aktien

Stand: 28.07.2017, 11:56 Uhr

Energieaktien liefen an der Börse auch in diesem Jahr ziemlich bescheiden. Nun gibt es einige Anzeichen, dass in nicht allzu ferner Zukunft der Wind zumindest etwas drehen könnte.

Erfolge können Aktien von Öl- und Gasfirmen allerdings wirklich auch gebrauchen. Der Sektor ist in diesem Jahr der mit Abstand schwächste an den US-Börsen. Nur die Telekommunikationsbranche und Einzelhandelsaktien können es bei den Verlusten - wenn auch nur ansatzweise - mit ExxonMobil und Co. aufnehmen.

Der weiterhin niedrige Ölpreis verhagelt den Firmen ihre Gewinn- und Verlustrechnung. Die Opec hat es trotz einer seltenen Förderkürzung nicht geschafft, die Mengen am Markt wirksam zu begrenzen. Stattdessen haben Schieferölproduzenten in den USA ihren Marktanteil zu Lasten des Öl-Kartells ausbauen können.

Ölpreise nach unten abgesichert?

Doch ewig scheint diese Entwicklung nicht anhalten zu können. Denn zuletzt ließen einige Unternehmen der Branche wie Baker Hughes durchblicken, dass sie angesichts der weiterhin niedrigen Ölpreise ihre Produktion nicht mehr nach oben fahren.

Gleichzeitig präsentiert sich die Ölnachfrage äußerst robust. Laut der Internationalen Energieagentur (IEA) soll sich die weltweite Ölnachfrage im laufenden und im kommenden Jahr um jeweils 1,4 Millionen Barrel pro Tag erhöhen. 2018 würden dann pro Tag 99,4 Millionen Barrel pro Tag verbraucht.

Zuletzt sendete auch die Entwicklung der Ölvorräte in den USA für die Ölpreise bullische Signale. Gleich in vier Woche lag der Abbau der Vorräte deutlich über den von Analysten erwarteten Werten.

Steigende Nachfrage und abnehmende Ölvorräte sollten die Ölpreise also zumindest unterstützen - was vermutlich positiv für Öl-Aktien sein wird.

Hoffen auf das vierte Quartal

Auch ein Blick ins vergangene Jahr lässt manch einen Marktbeobachter hoffen. So entwickelte sich der Energiesektor 2016 im vierten Quartal an der Börse rasant nach oben, nach dem er sich im Jahresverlauf zuvor nur äußerst schwach präsentiert hatte.

Könnte sich die Entwicklung im laufenden Jahr wiederholen? Das ist sicherlich nicht ausgeschlossen, doch ein Muster zu prognostizieren erscheint doch etwas gewagt. Denn die zwei Sonderfaktoren aus dem November 2016 wird es dieses Mal sicherlich nicht geben. Die Wahl von US-Präsident Donald Trump und eine weitere Förderkürzung der Opec. Auf beide Ereignisse hatten Energieaktien nämlich sehr positiv reagiert - zu Unrecht wie der bisherige Jahresverlauf gezeigt hat. Denn schnell wurde klar, dass in der Regierung Trump überwiegend das Chaos regiert und die Opec die Macht über den Ölpreis faktisch eingebüßt hat.

ME

1/6

So viel verdienen die größten Ölkonzerne der Welt Von Exxon bis Shell

ExxonMobil: Kursverlauf am Börsenplatz Nyse für den Zeitraum 2 Jahre

ExxonMobil