Elektroauto an EnBW-Ladestation

Nachfrage steigt weltweit Norwegen ist größter Treiber bei E-Autos in Europa

von Michelle Goddemeier

Stand: 17.01.2019, 14:44 Uhr

Die weltweite Nachfrage nach Elektroautos ist 2018 stark gestiegen. Doch es gibt große regionale Unterschiede. In Europa ist Norwegen der Vorreiter in Sachen Elektromobilität. Deutschland hinkt im Vergleich hinterher.

Einer Studie des "Center of Automotive Management" (CAM) zufolge ist die weltweite Nachfrage nach Elektroautos und Plug-In-Hybriden 2018 auf 2,1 Millionen gestiegen. Erstmals wurden damit mehr als zwei Millionen Elektrofahrzeuge verkauft. Für das Jahr 2019 erwartet Stefan Bratzel vom CAM einen weiteren Anstieg. Dann sollen weltweit ungefähr 2,7 Millionen Elektroautos neuzugelassen werden.  

Der führende Treiber ist weiterhin China. 2018 sind die Absätze von Elektroautos um 62 Prozent auf über 1,2 Millionen gestiegen. Der chinesische Automobilmarkt wird zu 95 Prozent von chinesischen Automobilherstellen dominiert.

Der zweitwichtigste Markt für Elektromobilität sind die USA. Dort erhöhten sich die Absatzzahlen für E-Fahrzeuge um 86 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 361.000 neuzugelassene Autos. Ausschlaggebend war vor allem das neue Tesla Model 3. In den USA werden rund 17 Prozent der E-Autos weltweit verkauft. In China sind es 60 Prozent.

Absatztrends von Elektroautos

Absatztrends von Elektroautos. | Bildquelle: CAM, Grafik: boerse.ARD.de

Staatliche Förderungen in Norwegen

In Europa bleibt Norwegen das wichtigste E-Automobilland. Fast die Hälfte aller Autos in Norwegen sind mittlerweile Elektroautos. 2018 gab es 73.000 Neuzulassungen bei einer Einwohnerzahl von fünf Millionen. Der Grund: Staatliche Förderungen.

Wer in Norwegen Elektroauto fährt, darf an 7.000 öffentlichen Ladesäulen kostenlos parken und Strom tanken. Außerdem müssen Norweger mit einem E-Auto keine Kfz-Steuer zahlen, dürfen Mautstraßen und Fähren gratis nutzen und auf die Busspur ausweichen. 400 Millionen Euro lässt sich die norwegische Regierung für die Elektromobilität jedes Jahr kosten. „Die Elektromobilität nimmt in vielen Ländern bereits erheblich an Fahrt auf“, sagt Stefan Bratzel, Leiter der CAM-Studie.

Deutschland schneidet schlecht ab

Deutschland performt in diesem Vergleich nur unterdurchschnittlich. 2018 sind die Neuzulassungen auf 68.000 Autos gestiegen. Das macht einen Zuwachs von 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahr aus. Der Marktanteil an Elektroautos beträgt ungefähr zwei Prozent, was im internationalen Vergleich einen sehr niedrigen Wert darstellt. Zum Vergleich: In den Niederlanden beträgt der Marktanteil an E-Autos etwa sechs Prozent.

Absatztrends von Elektroautos

Marktanteile von Elektroautos. | Bildquelle: CAM, Grafik: boerse.ARD.de

2019 wird in Deutschland mit einem Zuwachs von 33 Prozent gerechnet. 90.000 E-Autos soll es dann voraussichtlich geben, vor allem aufgrund der Markteinführungen neuer Modelle von Tesla, Audi und Daimler.

Eine deutlich stärkere Dynamik wird es in Deutschland aber erst später geben. „Für Deutschland und die EU ist ab 2020 mit einem exponentiellen Anstieg des E-Autoabsatzes zu rechnen“, sagt Stefan Bratzel. Außerdem setzen die EU-Klimavorgaben die Autohersteller unter Druck, ihre CO2-Werte zu senken.

Die meistverkauften Elektroautos

Bei den E-Autos hat Tesla die Nase vorn. Das Tesla Modell 3 ist das meistverkaufte Elektroauto der Welt. Allein in den ersten acht Monaten des Jahres 2018 wurden weltweit knapp 60.000 Exemplare des Modells zugelassen. Damit überholt das Auto aus Kalifornien den bisherigen Spitzenreiter Nissan Leaf und die E-Reihe des chinesischen Herstellers BAIC. Das geht aus einer Auswertung des Beratungsunternehmens Inovev hervor.

Ein deutsches Auto schafft es nicht unter die Top 10. Das weltweit erfolgreichste deutsche Modell unter den Autos mit reinem Elektro- oder Plug-in-Hybridantrieb ist der BMW i3 mit rund 20.000 Verkäufen auf Rang 14.

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Platz 10: VW e-up!
Der Volkswagen e-up! sichert sich im Ranking der meisten Elektroautos, die im Jahr 2018 in Deutschland wurden zugelassen wurde, den 10. Platz - mit 1.019 neuen Zulassungen. Preis: ab 23.000 Euro.