Apollo 11-Foto der Erde 1969

Großauftrag für Boeing und Lockheed Neue Mondmission: Musks SpaceX geht leer aus

Stand: 20.08.2019, 11:50 Uhr

Bei der ersten US-Mondlande-Mission seit fast 50 Jahren wird Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX nur Zuschauer sein. Amazon-Boss Bezos ist aber mit seiner Firma Blue Origin gewissermaßen an Bord.

Die kommende Mondlandung soll von "Vulcan"-Raketen der United Launch Alliance (ULA) ermöglicht werden. Das Gemeinschaftsunternehmen von Boeing und Lockheed Martin schlug im Rennen um den Auftrag das Raumfahrtunternehmen SpaceX von Tesla-Chef Elon Musk, wie die Nachrichtenagentur Reuters am Montag von ULA und dem Auftraggeber Astrobotic erfuhr.

Dessen Mondlander "Peregrine" ("Wanderfalke") war im Mai von der US-Raumfahrtbehörde Nasa ausgewählt worden, um den ersten von mehreren unbemannten Flügen zum Mond zu absolvieren. Dem Unternehmen zufolge soll der Start im Sommer 2021 erfolgen.

Bezos an Bord

Die Mission und die darauf folgenden sollen auch den Weg für eine Rückkehr des Menschen zum Mond vorbereiten. Astrobotic wies darauf hin, dass dort kein US-Raumfahrzeug mehr seit 1972, dem Flug von Apollo 17, gelandet sei. "Unser erster Flug mit 'Vulcan' ist auch der erste große Schritt zur Rückkehr zum Mond", sagte ULA-Chef Tory Bruno der Nachrichtenagentur Reuters.

Die BE-4-Raketentriebwerke von "Vulcan" werden dabei von Blue Origin gefertigt, dem Raumfahrtunternehmen des Amazon-Gründers Jeff Bezos.

Donald Trump mit den Astronauten Michael Collins (l.) und Buzz Aldrin

Donald Trump mit den Astronauten Michael Collins (l.) und Buzz Aldrin. | Bildquelle: picture alliance / AP Photo

"Fly me to the moon"

Die US-Regierung von Präsident Donald Trump will bis 2024 wieder Astronauten auf den Mond landen lassen. Anlässlich des 50sten Jahrestages der Mondlandung hatte Trump die Welt wissen lassen: Der Glamour der US-Raumfahrtbehörde Nasa sei unter seiner Regierung wiederhergestellt worden. "Die Nasa ist zurück." Es gebe eine neue "Liebe für die Raumfahrt, wie sie noch nie dagewesen ist".

Fachleute sind der Ansicht, dass die Raumfahrt für Trump vor allem eine Demonstration amerikanischer Macht sei, die auch bei den Wählern gut ankommen solle. Auch ohne besondere strategische Expertise liegt die Einschätzung nahe, dass die Demonstration wirtschaftlicher, ideologischer, technologischer und letztlich auch militärischer Macht schon immer ein wesentlicher Aspekt der Sache war.  

Apollo 15 mit Luna Rover auf dem Mond

Apollo 15 auf dem Mond. | Bildquelle: Imago

USA, Russland und China sind die einzigen Nationen, denen eine Mondlandung bislang gelungen ist, im Falle Russlands und Chinas natürlich unbemannt. Im September wird Indien einen Versuch starten.

ts/rtr