Donald Trump

Rekordübernahme gestoppt Mega-Deal in Chipbranche? Nicht mit Donald Trump!

Stand: 13.03.2018, 08:43 Uhr

Der US-Präsident hat das Rekordgebot des Chipkonzerns Broadcom für den Rivalen Qualcomm untersagt. Die Begründung kommt einem irgendwie bekannt vor: Gefährdung der nationalen Sicherheit.

Es wäre der teuerste Deal in der Geschichte der Tech-Industrie gewesen: die Übernahme des amerikanischen Chipkonzern Qualcomm durch den in Singapur beheimateten Konkurrenten Broadcom. Zuletzt hatte Broadcom 140 Milliarden Dollar geboten.

"Glaubhafte Hinweise"

Doch Broadcom hatte die Rechnung ohne den US-Präsidenten gemacht. Am späten Montagabend legte Donald Trump sein Veto ein.

Trump verwies in dem von ihm unterzeichneten Erlass auf "glaubhafte Hinweise", wonach mit der Übernahme durch Broadcom womöglich Schritte folgen könnten, die die Sicherheit der USA gefährdeten.

Kein Verständnis bei Broadcom

Doch Broadcom hatte die Rechnung ohne den US-Präsidenten gemacht. Am späten Montagabend legte Donald Trump sein Veto ein. Broadcom teilte anschließend mit, dass die Bedenken des US-Präsidenten nicht nachvollziehbar seien.

Die geplante Übernahme würde nicht gegen die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten sprechen. Das Unternehmen ließ offen, ob es gegen diesen Erlass der US-Regierung vorgeht.

Mächtige Behörde

Für Branchenkenner kommt das Veto von Donald Trump allerdings nicht gänzlich überraschend. Erst vor wenigen Tagen hatte die Behörde zur Überwachung von Auslandsinvestitionen (Committee on Foreign Investment in the U.S. – CFIUS) eine Untersuchung eingeleitet. Qualcomm musste vor diesem Hintergrund eine möglicherweise entscheidende Aktionärssitzung verschieben.

Die Behörde CFIUS ist auch Anlegern hierzulande durchaus bekannt: 2016 untersagte sie eine Übernahme des Maschinenbauers Aixtron durch die chinesische Fujian Grand Chip Investment (FGC) wegen angeblicher Sicherheitsbedenken.

Angst vor chinesischer Dominanz

Im Falle Qualcomms hatten Insider gemutmaßt, Broadcom könne nach der Übernahme Teile von Qualcomm an den chinesischen Wettbewerber Huawei verkaufen. Qualcomm gilt als technologischer Vorreiter bei der nächsten Mobilfunkgeneration 5G.

In dem CFIUS-Bericht ist zwar nur von Beziehungen Broadcoms zu "dritten ausländischen Instanzen" die Rede, die namentlich nicht genannt werden. Das Komitee erklärte aber, dass es sich negativ auf die nationale Sicherheit der USA auswirken könnte, sollte China bei 5G die Dominanz übernehmen.

Intel als lachender Dritter?

Profiteur des Ganzen könnte nun der US-Konzern Intel sein, dem zuletzt in einem Bericht des "Wall Street Journal" ein Interesse an dem in einigen Bereichen mit Infineon konkurrierenden US-Unternehmen Qualcomm nachgesagt wurde.

Die Kursreaktion spricht jedenfalls für sich: Die Intel-Aktie kletterte im späten außerbörslichen US-Handel um 1,7 Prozent in die Höhe. Dagegen brach die Qualcomm-Aktie um 4,4 Prozent ein.

ag