Hand mit qualmender Zigarette
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Gelddruckmaschine Tabak-Industrie Lukrativer Qualm

von Bettina Seidl

Stand: 21.06.2017, 14:16 Uhr

Tabakkonzernen geht es gut wie lange nicht mehr. Zwar sinkt die Zahl der Raucher beständig, globale Anti-Raucher-Kampagnen fruchten. Aber die Konzerne machen das mit Preissteigerungen wett und verdienen daher satt. Anleger auch. Tabak-Aktien steigen, die Dividende ist ordentlich.

Schockbilder auf der Zigarettenschachtel - davon lässt sich ein echter Raucher nicht vergraulen. Der echte Raucher ist ein Meister im Verdrängen. Wie kaum eine andere Branche hat die Tabakindustrie daher ein leichtes Spiel bei Preiserhöhungen.

Zwar tut dem Raucher jede Preiserhöhung weh, mancher lässt auch ab von der Sucht. Doch die Tabakkonzerne bleiben unterm Strich Sieger. Kein Kunde ist so loyal wie der Raucher. Wenn sich Zigaretten zum Beispiel um fünf Prozent verteuern, sinkt der Konsum lediglich um 3,5 Prozent. Trotz aller Preiserhöhungen und Nichtraucherkampagnen gibt es weltweit immer noch rund eine Milliarde Raucher. 

Saubere Gewinne...

Dabei machen die Konzerne von Preiserhöhungen reichlich Gebrauch. Die Schachtel Zigaretten hat sich in Deutschland laut Branchenverband DZV seit 2002 von durchschnittlich drei auf sechs Euro verdoppelt. Ebenso stark fiel der Preisanstieg in den USA aus, was zwar die Zahl der verkauften Zigaretten um knapp 40 Prozent drückte. Doch die Konzerne konnten den Umsatz mit Zigaretten um ein gutes Drittel auf mehr als 93 Millarden Dollar steigern. Die Amerikaner gaben im vorigen Jahr sogar mehr Geld für Zigaretten aus als für Bier und Erfrischungsgetränke.

Zwar langt auch der Fiskus ordentlich zu, wie die Branche gern bei jeder Preiserhöhung betont. Doch das nur die halbe Wahrheit. "Jedes Mal, wenn die Steuern steigen, legt die Tabak-Industrie noch etwas extra drauf. Dadurch wachsen auch die Profitspannen", sagt Jennifer Maloney, die den Markt für das "Wall Street Journal" analysiert.

... schmuddeliges Image

Tabakkonzerne waren und sind wahre Gelddruckmaschinen. Erlöse, Gewinne und Aktienkurse gehen steil nach oben. Ziemlich erstaunlich, wenn man bedenkt, welch schweren Stand die Industrie hat.

Die Branche galt schon als totgesagt. Teure Rechtskonflikte wegen angeblicher Verschleierung der Risiken des Rauchens, strengere staatliche Vorschriften, Werbeverbote und gesundheitsbewusstere Verbraucher in vielen Ländern - das klang nach dem großen Aus. Doch die dicken Geschäfte der Tabakkonzerne gehen weiter.