Ein Paar küsst sich im Sonnenuntergang

Nicht alle gehen zueinander auf Distanz Zeit gibt es reichlich, Kondome nicht

Stand: 02.04.2020, 16:28 Uhr

Der Begriff "Social Distancing" ist angesichts des Coronavirus in aller Munde. Die erzwungene Trennung vom Anderen ist eine schwere Belastung für das Wohlbefinden der Menschen. Im eigenen Heim scheinen viele deshalb Erfahrungen der Nähe zu suchen: Ein Kondomhersteller warnt vor Engpässen.

Eingesperrt in den eigenen vier Wänden kann der Lohn der Arbeit aktuell nur bedingt in freudige Konsumerlebnisse getauscht werden, Online-Shoppen ist kein vollständiger Ersatz. Fußball fällt aus und das permanente Serienglotzen bei Netflix, Disney plus oder Amazon macht auf Dauer völlig mürbe.

Bildungsbürger, die darum dachten, jetzt sei endlich der lange aufgeschobene Moment gekommen, sich durch die sieben Teile und rund 4.000 Seiten von Marcel Prousts Dauerbrenner "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" zu kämpfen, müssen - entsetzt oder erleichtert - feststellen, dass Amazon derzeit andere Artikel als Bücher priorisiert. Bis das Paket ankommt, könnte es also lange dauern.

Netflix-Nutzerin schaut

Netflix-Nutzerin: Was tun in der Bude?. | Bildquelle: Unternehmen

Nutze den Tag

Zwar gibt es auch jede Menge andere Versandhändler, die uns derzeit schneller mit Büchern eindecken können. Aber vielleicht ist es doch noch nicht der richtige Augenblick? Lange Zeit sei er früh schlafen gegangen - so beginnt Proust sein Epochenwerk. Das fühlt sich indes auch irgendwie falsch an, selbst wenn die Richtung vielleicht gar nicht so verkehrt ist. Was also tun in der Bude?

Viele Menschen scheinen sich umzusehen und ihr engstes Umfeld neu zu entdecken. Wie Medien in den vergangenen Tagen meldeten, könnte der globale Kondomvorrat in etwa zwei Monaten zur Neige gehen. Die Firma Karex aus Malaysia produziert rund jedes fünfte Kondom für die Welt und warnte jüngst vor einem drohenden Engpass.

Kondome von Durex

Durex-Kondome könnten teurer werden. | Bildquelle: dpa

Es drohen Preisaufschläge

Die Fabriken waren wochenlang wegen der Bekämpfung des Coronavirus geschlossen. Ausgerechnet jetzt steigt die Nachfrage, und das sogar im zweistelligen Prozentbereich, wie Karex-Vorstandschef Goh Miah Kiat der Nachrichtenagentur Bloomberg verriet. Fünf Milliarden Kondome stellt Karex jährlich her, die Marke Durex gehört zu den Kunden.

Goh Miah Kiat warnte vor drohenden Preisaufschlägen, denn die Arbeiter würden zwar vollen Lohn erhalten. Wegen des Virus könnten sie aber nur die halbe Zeit arbeiten, wie es bei Bloomberg heißt.

ts