Facebook-Schriftzug spiegelt sich in einer Brille, die auf einer Tatastur liegt.

Facebook, Amazon, Google, Twitter Kommen die Tech-Konzerne jetzt an die Kandare?

von Angela Göpfert

Stand: 20.03.2018, 08:16 Uhr

An der Nasdaq regiert die Angst. Die Angst vor einer stärkeren Regulierung der großen Tech-Konzerne. Schuld daran ist die jüngste Datenaffäre von Facebook.

Die Technologie-Werte an der New Yorker Börse sind zu Wochenbeginn heftig unter die Räder gekommen. Der Auswahlindex Nasdaq 100 brach um 2,2 Prozent ein – und verzeichnete damit den größten Tagesverlust seit sechs Wochen.

Die Facebook-Aktie fiel in der Spitze um 8,1 Prozent. Zum Handelsschluss in New York war sie mit einem Minus von 6,8 Prozent der mit Abstand größte Verlierer im Nasdaq 100. Es war das größte Tagesminus für die Facebook-Aktie seit zweieinhalb Jahren.

Mehr als 50 Millionen Nutzer betroffen

Die "New York Times" und der britische "Observer" hatten am Wochenende berichtet, dass die britische Cambridge Analytica die privaten Daten von mehr als 50 Millionen Facebook-Mitgliedern angezapft habe, um 2016 den US-Wahlkampf von Donald Trump zu unterstützen.

Bereits in der Vergangenheit hatten Kongressabgeordnete eine stärkere Regulierung der großen Tech-Konzerne Google, Amazon und Facebook ins Gespräch gebracht. Derartige Forderungen erhalten durch die jüngsten Ereignisse nun neuen Auftrieb.

Muss jetzt Zuckerberg ins Rampenlicht?

Bislang hat es Facebook vermieden, seinen Chef Mark Zuckerberg in den Mittelpunkt der öffentlichen Diskussion zu stellen. Auch im direkten Gespräch mit Politikern fehlte Zuckerberg bislang, schickte lieber andere vor. Doch diese Unternehmenspolitik wird angesichts der jüngsten Ereignisse kaum aufrecht zu erhalten sein.

Mark Zuckerberg

Ziert sich bislang: Mark Zuckerberg. | Bildquelle: picture alliance / dpa

CEOs sollen Rede und Antwort stehen

Die US-Senatoren Amy Klobuchar, eine Demokratin aus Minnesota, und John Kennedy, ein Republikaner aus Louisiana, haben jetzt nämlich den Vorsitzenden des Justizausschusses dazu aufgefordert, die CEOs der großen Tech-Konzerne zu einer öffentlichen Anhörung vorzuladen.

Neben Zuckerberg sollen auch die Chefs von Twitter und Alphabet vor dem Ausschuss erscheinen. Die Begründung: Man habe ernsthafte Bedenken, dass die Daten von Millionen von Amerikanern dazu missbraucht wurden, um die Wahlen zu beeinflussen.

Eine Anhörung mit den CEOs würde dem Ausschuss zu neuen Erkenntnissen verhelfen, "was getan werden muss, um die Daten der Amerikaner zu schützen und den Missbrauch dieser Plattformen einzuschränken".

Auch Europäer sind beunruhigt

Auch diesseits des Atlantiks gerät Facebook immer stärker in die Kritik. Ein Sprecher der britischen Premierministerin Theresa May sagte am Montag, die Regierungschefin sei sehr beunruhigt, die Daten von Bürgern müssten geschützt werden. Auch die EU-Abgeordneten wollen das Internet-Netzwerk unter die Lupe nehmen.

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Facebook-Gründer Mark Zuckerberg

Facebook: 323 Dollar
Weit weg vom Spitzenplatz: Pro Sekunde verdient Facebook zwar rund 323 Dollar – doch landet damit nur auf dem 20. Platz. Acht Jahre nach der Gründung 2004 ging das soziale Netzwerk an die Technologiebörse Nasdaq. Mittlerweile gehören auch die Sharing-App Instagram und der Messenger WhatsApp zum Konzern. 2016 erwirtschaftete das Unternehmen einen Reingewinn von 10,2 Milliarden Dollar - auch die Quartalszahlen aus dem vergangenen Jahr konnten sich sehen lassen. Seit einiger Zeit beschäftigt sich Mark Zuckerberg mit Virtual Reality und künstlicher Intelligenz. Wann Facebook erste Features anbieten wird, ist noch offen.