Euro-Hawk-Drohne von Northrop Grumman
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Northrop Grumman übernimmt Orbital Kauflaune im Rüstungssektor

Stand: 18.09.2017, 14:28 Uhr

In der Branche werden derzeit Milliarden-Übernahmen in Serie ausgebrütet. Am Montag wurde die Akquisition des Raketenmotor-Spezialisten Orbital ATK bestätigt. Der Käufer Northrop Grumman sorgt auch an der Börse für Kapriolen.

Die Papiere des neuen Tochterunternehmens Orbital ATK schossen im vorbörslichen US-Handel um mehr als 20 Prozent nach oben. In etwa so groß ist der Aufschlag, den Northrop bereit ist, zu zahlen: 7,8 Milliarden Dollar, 134,50 Dollar je Aktie kostet der Einstieg in den Bereich Raketenantriebe.

Bomber, Jets und Drohnen

Orbital mit 13.000 Mitarbeitern stellt neben Raketenantrieben auch ganze Trägerraketen und elektronische Verteidigungssysteme her. Die Synergien, die sich der Käufer verspricht, liegen auf der Hand. Northrop Grumman ist ebenfalls im Bereich Flugkörper unterwegs. Zum Angebots-"Arsenal" des US-Konzerns gehören Tarnkappenbomber, Kampfjets und Drohnen. Das Unternehmen ist aber auch in den Bereichen Flugabwehr und Rüstungselektronik vertreten. Northrop beliefert nicht nur das US-Militär, sondern zum Beispiel auch die Bundeswehr, die mit Drohnen ausgestattet wird. Auch die US-Weltraumbehörde NASA ist Kunde beim Rüstungskonzern.

Die Rüstungsbranche hat durch die Wahl von US-Präsident Trump Ende 2016 ingesamt einen neuen Schub bekommen. Die Ankündigung Trumps einerseits, sein Militärbudget zu erhöhen, aber auch Rüstungsdeals mit Saudi-Arabien, haben die Branche in Aufwind versetzt. Gleichzeitig sorgten Forderungen Trumps nach mehr militärischem Engagement der europäischen Staaten auch dort für größere Nachfrage nach Rüstungsgütern.

Mega-Übernahme steckt noch im Rohr

Die Akteure haben sich entsprechend positioniert, um noch mehr vom erhofften Wachstum in der Branche nutzen zu können - und dazu gehört auch Expansion durch Übernahmen. Die größte Übernahme in der Branchengeschichte könnte durch den US-Mischkonzern United Technologies demnächst über die Bühne gehen. Dieser plant den Kauf des Flugzeugausrüsters Rockwell Collins für insgesamt 30 Milliarden Dollar.

Am Aktienmarkt wird das Thema Rüstung ebenfalls wie selten gespielt. Papiere der US-Größen Northrop, Lockheed oder Raytheon laufen seit Monaten von einem Rekordhoch zum nächsten. Unter den deutschen Vertretern der Branche hat sich Rheinmetall ebenfalls in den Depots der Anleger nach vorne geschoben. Die Aktie notiert am Montag mit 91,70 Euro ganz in der Nähe ihres Allzeithochs.

AB

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