Handshake zwischen Mensch und Roboter

Accenture-Studie zu Banken Geldmaschine Künstliche Intelligenz?

Stand: 27.06.2018, 15:40 Uhr

In vielen Branchen geht die Angst um vor Robotern und selbstdenkenden Maschinen, die Arbeitsplätze vernichten. Im Bankensektor könnte die Künstliche Intelligenz aber tausende Jobs schaffen und die Erträge ankurbeln, glaubt die Unternehmensberatung Accenture.

Kaum ein Begriff bewegt derzeit die Bankmanager und Vermögensverwalter so sehr wie KI. Das Thema ist all gegenwärtig auf Bank-Konferenzen und internen Workshops. "In der Künstlichen Intelligenz liegt die Zukunft", behaupten erfahrene Fondsmanager wie Henrik Leber von Acatis. Er zählt zu den Pionieren seiner Zunft, die einen Fonds aufgelegt haben, die von KI gesteuert werden.

Nicht nur in der Geldanlage, sondern auch beim Zahlungsverkehr, bei der Kreditvergabe sowie in zahlreichen anderen Geschäftsbereichen kommt KI zum Einsatz. Sie verändert radikal die Arbeitsprozesse und Kundenbeziehungen in den Geldhäusern. Massiv Stellen könnten durch die selbstdenkenden Maschinen wegfallen, warnte kürzlich die Citi. "Wir sind in einem Umfeld, in dem wir keine neuen Jobs schaffen, sondern den Wandel managen", sagte vor kurzem BNP-Paribas-Chef Jean-Laurent Bonnafé.

14 Prozent mehr Jobs bis 2022

Das Beratungsunternehmen Accenture teilt diese düstere Prophezeiung nicht. Künstliche Intelligenz, das heißt die gezielte Zusammenarbeit von Menschen und intelligenter Technologie, könne dazu führen, dass weltweit im Bankensektor 14 Prozent mehr Arbeitsplätze bis 2022 entstehen, heißt es in einer aktuellen Studie von Accenture (Future Workforce Survey).

Die Erträge der Geldhäuser könnten in den nächsten vier Jahren dank KI um über ein Drittel (34 Prozent) steigen, prophezeien die Accenture-Berater. Voraussetzung freilich sei, dass Banken  verstärkt in die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine investieren. An dieser Stelle bestünde noch erheblicher Nachholbedarf, meinen sie.

Entscheidendes Differenzierungsmerkmal

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Schon jetzt betrachten die meisten Führungskräfte (79 Prozent) in deutschen Banken KI als entscheidendes Differenzierungsmerkmal im Markt. 60 Prozent der befragten Bankmanager erwartet, dass KI in den nächsten drei Jahren zu einem Stellenzuwachs in ihrem Unternehmen führen werde. Über die Hälfte (55 Prozent) glaubt, dass sich die eigenen Karrierechancen durch die Technologie verbessern, heißt es in der Accenture-Studie.

Zahlreiche Banken prüfen derzeit, wie sie ihre Datenverarbeitung mithilfe Künstlicher Intelligenz optimieren können. Dabei arbeiten sie oft mit Fintechs zusammen. Die Commerzbank hat eine Beteiligungsgesellschaft für Start-ups namens Main-Incubator geschaffen.

Riesiges Potenzial

Laut einer Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC hat die Künstliche Intelligenz ein Wachstumspotenzial von 15,7 Billionen Dollar bis 2030. Das entspräche einem Anstieg des Welt-BIP von 14 Prozent. Als größte Profiteure von KI gelten die Gesundheits- und Autobranche.

nb

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