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HMD sagt Apple und Samsung den Kampf an Mit Nokia zurück an die Weltspitze

Stand: 21.08.2017, 08:25 Uhr

Der finnische Handyhersteller HMD besitzt die Namensrechte an dem ehemaligen Weltmarktführer Nokia. Und damit wollen die Finnen zurück auf Platz eins der Weltrangliste.

"Unser Ziel ist es, innerhalb der kommenden drei bis fünf Jahre wieder zu den Top 3 Smartphone-Herstellern zu gehören", sagte der Chef des Namensrechte-Inhabers und Herstellers HMD Global, Florian Seiche, der Zeitung "Welt am Sonntag". Die ersten drei Ränge belegen derzeit Samsung aus Südkorea, der US-Riese Apple und der chinesische Huawei-Konzern.

Globale Marktanteile der Smartphone-Hersteller 1. Quartal 2017

Globale Marktanteile der Smartphone-Hersteller - die Chinesen sind schon auf Platz 3. | Bildquelle: Gartner, Grafik: boerse.ARD.de

Die Nokia-Story

Nokia war einst Weltmarktführer bei Handys, die Handys fast anderthalb Jahrzehnte lang das Maß aller Dinge. Doch der Handy-Pionier verschlief die Entwicklung von Smartphones. Als Apple 2007 mit seinem ersten iPhone die Tech-Welt revolutionierte, läutete der US-Konzern auch den Niedergang des Nokia-Konzerns ein.

Auch wenn die einfachen, nicht internetfähigen Mobiltelefone weiter ihre Fans hatten - mit ihnen ließ sich weniger Gewinn machen als mit den Apple-Produkten. Nokia konzentrierte sich nur noch auf die Ausrüstung von Netzwerken und verkaufte die Handysparte an Microsoft.

Doch der Software-Riese hatte mit den Handys auch keine glückliche Hand. Microsoft zog sich aus der Handyproduktion zurück. Die Namensrechte gingen zurück an Nokia, der sie an den Hersteller HMD verkaufte. Das finnische Start-up HMD war 2015 von Ex-Nokia-Managern und Microsoft-Mitarbeitern gegründet worden. Das Unternehmen agiert aber unabhängig von Nokia.

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Unten am Fluss
Die Geschichte von Nokia beginnt für einen Handykonzern recht früh - nämlich bereits 1865. Damals baute der Ingenieur Fredrik Idestam in Tampere im Südwesten Finnlands eine Papierfabrik. Ein paar Jahre später entstand eine zweite in der Nähe des Flusses Nokianvirta - daher auch der Konzern-Name "Nokia".

HMD noch nicht auf der Höhe

Noch verdient HMD sein Geld mit einfachen und günstigen Mobiltelefonen. Die sind vor allem für Länder mit geringer Kaufkraft gedacht. Dieses Geschäft sei profitabel, sagte HMD-Chef Seiche. "Solange wir das Smartphone-Geschäft hochfahren, finanzieren diese Feature Phones einen Großteil unseres Geschäfts", so der deutsche Manager. Die günstigeren Handys seien zudem ein "Sprungbrett für den späteren Umstieg auf ein Nokia-Smartphone".

Mit dem Partner Foxconn, der als Zulieferer von Apples iPhone bekannt ist, entwickelt man unterdessen Smartphones. "Zusammen mit Foxconn und unserer Marke können wir das schaffen", sagte Seiche.

Tablets und sogenannte Wearables wie Smartwatches will HMD zunächst nicht anbieten. "Wir konzentrieren uns erst einmal darauf, unsere Smartphone-Auswahl komplett zu bekommen und einiges an Zubehör anzubieten. Wenn wir in drei bis fünf Jahren zu den Top-Smartphone-Herstellern im Markt gehören wollen, müssen wir uns fokussieren", sagte Seiche.

bs

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