Bezahlen mit Kreditkarte

Kontaktloses Zahlen auf dem Vormarsch Wer profitiert vom Trend zum bargeldlosen Zahlen?

Stand: 03.04.2020, 15:06 Uhr

Der Trend geht zur Zahlung per Karte oder gleich per Handy. Bargeld wird immer häufiger im Geldbeutel gelassen. Vor allem in Zeiten der Corona-Krise. Profiteure sind am Ende die großen Bekannten.

Allein im vergangenen Jahr stiegen die Transaktionen der Girocard gegenüber 2018 um mehr als 18 Prozent, auch die Umsätze legten um rund 13 Prozent zu. Eine Entwicklung, die die Vereinigung Girocard vor allem auf das kontaktlose Bezahlen zurückführt. Ein Großteil der Karten sei mittlerweile damit ausgestattet. In diesem Jahr dürfte es wieder einen deutlichen Anstieg geben. Grund ist die Corona-Krise. Experten sprechen sich für kontaktloses Zahlen aus, Bargeld soll nach Möglichkeit vermieden werden. Den Betrag, ab dem eine PIN benötigt wird, haben viele Banken nach oben geschraubt.

In einer Studie des EHI Retail Institute, einer Forschungseinrichtung für Händler mit Sitz in Köln, aus dem vergangenen Jahr heißt es, dass der deutsche Einzelhandel 2018 48,6 Prozent seiner Umsätze mit Kartenzahlungen erzielt hat. Die Bargeldumsätze kamen auf 48,3 Prozent.

Wer profitiert vom Boom?

Wer aber profitiert von dem Mehr an bargeldlosen Zahlungen? Kontaktlose Zahlungen mit Karte, aber auch Kartenzahlungen, bei denen die Eingabe einer PIN nötig ist, gehen schneller als Zahlungen mit Bargeld. Noch schneller ist Mobiles Bezahlen mit dem Smartphone über die NFC-Schnittstelle. Diese ermöglicht es, digitalisierte Kredit- oder Girokarten in einem Wallet zu hinterlegen und mit ihnen zu bezahlen, als wäre es die Karte aus dem Portemonnaie.

Doch um Kartenzahlungen zu ermöglichen, muss der Händler über das entsprechende Equipment verfügen. Vor allem für kleine Geschäfte ist das oft ein Kostenpunkt. Bargeld-Einzahlungen bei der Bank verursachen Händlern allerdings ebenfalls Kosten.

Wirklich profitieren die großen, bekannten Player in der Finanzbranche. Also Finanzdienstleister wie Wirecard, Nets oder Worldline. Im Online-Handel ist ein großer bekannter Finanzdienstleister PayPal.

Aber auch die Anbieter der Zahlungskarten wie Visa, Mastercard oder American Express sind Nutznießer. Denn hinter jeder Zahlung der Kunden verbirgt sich eine riesige Maschinerie. Für den Händler fallen für jede Transaktion des Kunden mit der Karte Kosten an, die er an genau diese Unternehmen weitergeben muss.

Zahlungsabwicklung mit Kredit- und Girokarten

Zahlungsabwicklung mit Kredit- und Girokarten. | Bildquelle: boerse.ARD.de

Die Kosten im Einzelnen

Für eine Kreditkartenzahlung zahlt der Händler maximal 0,3 Prozent, für eine Zahlung mit Girokarte maximal 0,2 Prozent des Preises, den der Kunde für seinen Einkauf bezahlt. Diese maximalen Kosten gelten in der Europäischen Union und sind vom Gesetzgeber festgelegt.

Zusätzlich zahlt der Händler für das Kartenlesegerät, die entsprechende Software, Integration und Zahlungsabwicklung. Das Geld geht an Point-of-Sales- oder Payment-Service-Provider – also Finanzdienstleister. Anbieter von solchen Komplettlösungen wie Wirecard oder Concardis verlangen für ihre Leistungen eine fixe Servicegebühr, aber auch variable Kosten. Für jede Transaktion muss der Händler einen bestimmten Cent-Betrag aufbringen. Und schließlich erhält die Bank ihr Geld vom Zahlungsdienstleister.

ms