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Versteigerung der 5G-Lizenzen Gegenwind für Telekom & Co.

Stand: 18.05.2018, 14:50 Uhr

Die Zeiten, in denen Mobilfunkfrequenzen nur für Telekomunternehmen interessant waren, sind zu Ende. Wenn es um den wegweisenden neuen Standard 5G geht, mischt auch die Industrie kräftig mit. Dabei sind bekannte Namen.

So hätten Dax-Konzerne wie Daimler, Volkswagen, Siemens und BASF Interesse am neuen Standard angemeldet, schreibt die "Wirtschaftswoche" und beruft sich dabei auf ein Schreiben des Zentralverbandes Elektrotechnik- und Elektronikindustrie. Genannt wurden auch Namen wie Sennheiser, Robert Bosch oder ABB. Insgesamt hätten 15 Konzerne ihr Interesse bekundet.

Mit Hilfe des neuen Standards, der riesige Datenmengen in Echtzeit verarbeiten kann, wollen die Industrieunternehmen beispielsweise ihre Maschinen miteinander verbinden, im Fachjargon auch "Industrie 4.0" genannt. Eine digitale Revolution also, die längst nicht mehr nur ins alleinige Ressort der Telekomunternehmen als Netzanbieter fällt. Auch eine Technologie wie das autonome Fahren benötigt riesige Datenmengen sowie die Fähigkeit, Milliarden von Geräten zu vernetzen.

Die Interessenlage der Konzerne ist klar. Sie möchten nicht mehr von den großen Netzbetreibern abhängig sein. "Bundesweite Anbieter werden die erforderliche Bereiche nicht zwingend abdecken", befürchten die 15 Unternehmen. Als Konsequenz investieren sie lieber selber.

Telekom-Chef Höttges: Weitsicht erforderlich

Was aber werden die großen Telekomanbieter hierzulande machen, also die Telekom, Vodafone und Telefonica Deutschland? Die Lizenzen, die übrigens anders als zunächst geplant nicht im Herbst 2018, sondern erst Anfang 2019 zur Versteigerung kommen, dürften dem Bundesfinanzminister wieder Milliarden einbringen. Kein Wunder also, dass Telekom-Chef Tim Höttges auf der gestrigen Hauptversammlung für Weitsicht warb. Er steckt nämlich in der Zwickmühle.

"Wir können jeden Euro nur einmal ausgeben. Entweder für Spektrum. Oder für den Ausbau des Netzes." Für Höttges ist die Priorität klar. Er schlägt vor, das Geld in den Ausbau zu stecken. Ihm ist bewusst, dass das Zeitalter, in dem Daten in Gigabit-Geschwindigkeit durch die Netze gejagt werden, mit aller Macht kommen wird - und welche Chancen es bietet.

Deshalb ist natürlich davon auszugehen, dass die großen Telekomgesellschaften an der Versteigerung teilnehmen werden. Höttges hat allerdings klar gemacht, dass die Versteigerung für die Bieter nicht zu teuer werden sollte. Ins gleiche Horn stößt auch der Chef von Telefonica Deutschland (O2), Markus Haas: "Je mehr Geld für Frequenznutzungsrechte in die Staatskasse fließt, desto weniger Spielraum bleibt später für den Netzausbau."

rm