STXE Football Index versus Stoxx 600

Volltreffer statt Flops Fußball-Aktien: Wer bietet Siegeschancen?

Stand: 18.08.2017, 14:49 Uhr

Mit Fußball-Aktien ließ sich in den letzten Monaten mehr Geld verdienen als mit vielen anderen Papieren, wie ein Chartvergleich zeigt. Aber Vorsicht: Nicht alle Fußballtitel lohnen sich.

Zu den Erfolgsgeschichten unter den Fußballaktien gehören die Papiere von Borussia Dortmund. Nach einem tiefen Fall in den Nullerjahren erklomm die Aktie kürzlich ein 16-Jahres-Hoch. Allein in den letzten sechs Monaten ging es um 30 Prozent in die Höhe.

Neben dem BVB können auch andere europäische Top-Clubs überzeugen. Dazu gehört etwa der FC Kopenhagen. Der unter dem Namen Parken Sport & Entertainment notierte Club ist sogar an der Frankfurter Börse gelistet. Die Aktie hat sich seit Anfang 2016 nahezu verdoppelt. In den letzten sechs Monaten ging es um 25 Prozent in die Höhe.

Als Hauptgrund für die starke Performance gilt neben dem sportlichen Erfolg des Clubs ein auch in Dänemark vorhandener "Fußballboom", von dem besonders die börsennotierten Vereine profitieren. Hinzu kommt: der FC Kopenhagen hat in diesem Jahr sogar erstmals seit langem eine Dividende gezahlt, von 1,34 Euro je Aktie. Das entsprach am Auszahlungstag Ende April einer Rendite von sagenhaften elf Prozent. Kein Wunder, dass die Anleger bei solchen Papieren zugreifen.

Erfolgsclub Ajax Amsterdam

Als Top-Performer erweist sich auch Ajax Amsterdam. Dessen Aktie hat allein in den letzten sechs Monaten gut 26 Prozent zugelegt. Auf Fünf-Jahres-Sicht ergibt sich gar ein Plus von 59,4 Prozent. Zum ersten Mal seit 21 Jahren stand der Traditionsverein im Mai dieses Jahres in der Endrunde eines Europa-League-Spiels. Das Match haben die Amsterdamer zwar gegen den ebenfalls traditionsreichen Club Manchester United verloren, doch macht der Wiederaufstieg von Ajax nach einer langen Durststrecke die Aktie zu einer vielversprechenden und begehrenswerten Anlage. Wie hoch das Ansehen des Clubs inzwischen gestiegen ist, zeigt auch die jüngste Abwerbung seines Trainers Peter Bosz durch Borussia Dortmund.

Allerdings gilt für Ajax Amsterdam wie für alle anderen Fußballclubs: Auf Dauer lassen sich die spielerischen Erfolge nicht durchhalten und oftmals auch nicht prognostizieren. Diese erratische Entwicklung aus Höhen und Tiefen spiegelt sich auch im Aktienkurs wider. So hat sich etwa die Ajax-Aktie zwischen Oktober 2014 und Mai 2017 mangels sportlicher Erfolge kaum von der Stelle bewegt.

Mauer Trend in Rom und Manchester

Wie sehr die Kursentwicklung börsennotierter Fußballvereine von den sportlichen Erfolgen und den entsprechenden Einnahmen abhängt, zeigt auch ein Blick auf den AS Rom. Nach einem rasanten Anstieg der Aktie im Jahr 2013 von 26 Cent auf einen Euro binnen weniger Wochen folgte parallel zu den spielerischen Misserfolgen ein stetiger Rückgang auf 36 Cent im Februar 2016. Inzwischen notiert das Papier wieder bei 46 Cent.

Wenig Freude machte zuletzt auch die Aktie von Manchester United. Die Performance der Anteilsscheine des wertvollsten Fußballklubs der Welt (Forbes 2017) mit einer Marktkapitalisierung von derzeit 564 Millionen Euro lässt alle Wünsche offen. Dass der Club wie von der Beratungsfirma KMPG ermittelt insgesamt 3,1 Milliarden Euro wert ist, spielt für Aktienbesitzer keine Rolle.

Die Red Devils konnten dieses Jahr zwar den Champions League Sieger Real Madrid als wertvollsten Fußballklub der Welt ablösen, der Aktie jedoch keinen Schwung verleihen. Die Performance auf Sicht von drei Jahren beläuft sich auf enttäuschende fünf Prozent. Und noch ist kein Ende des Abschwungs in Sicht. Die Aktie gilt vielen Analysten als deutlich zu teuer, liegt doch das für 2017 geschätzte Kurs-Gewinn-Verhältnis bei 72.

Für Fans am besten geeignet

Eine ähnliche Stagnation ist bei den Anteilsscheinen von Olympique Lyon festzustellen. Auf Sicht von sechs Monaten pendelt die Aktie um die Marke von 2,80 Euro. Im vergangenen Jahr sah es noch ganz anders aus: da kletterten die Papiere binnen weniger Wochen von knapp zwei Euro auf drei Euro, ein Plus von 50 Prozent. Doch dann blieben die Erfolge aus und die Anleger trennten sich wieder von dem Papier.

Dass sich eine solche Entwicklung binnen weniger Wochen vollziehen kann, hängt mit dem Wesen des Fußballs zusammen. Erreicht ein Club überraschenderweise das Finale eines Turniers, greifen die Anleger euphorisch zur Aktie. Bleibt der erhoffte Erfolg dann aber aus, werfen die Aktionäre die Papiere rasch wieder aus ihren Depots - und der Kurs bricht ein.

Die Beispiele zeigen, dass sich Fußballaktien eher für Fans eignen als für Anleger, die auf kontinuierliches Wachstum und stetig steigende Gewinne hoffen.

lg

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