Newmont Goldmine in Battle Mountain, Nevada

Goldminen-Aktien günstig wie lange nicht FANG-Aktien sind tot, es leben die BANG-Aktien?

Stand: 15.11.2018, 15:22 Uhr

Zuletzt schwächelten die Aktien der großen Tech-Unternehmen. Doch es gibt Alternativen. Bei einem stabilen Goldpreis könnten die Papiere von Goldminenfirmen bald interessant werden.

Lange lagen die sogenannten FANG-Aktien im Trend. Die Papiere von Tech-Riesen wie Facebook, Amazon, Netflix und Google (mittlerweile Alphabet) fanden sich in den Depots vieler Anleger wieder. Sie pendelten auf den höchsten Niveaus ihrer Geschichte.

Nach Jahren zweistelliger Kursgewinne haben die Titel jedoch jüngst geschwächelt. Allein in den vergangenen Monaten erlitten die FANG-Aktien auf Dollarbasis jeweils Kursverluste von über 15 Prozent, Facebook und Netflix gar über 30 Prozent. Techwerte könnten also an einem Wendepunkt angelangt sein.

Goldminen-Aktien als Alternative?

Goldmine in Australien

Goldmine. | Bildquelle: Imago

Alternativen für Anleger gibt es zuhauf. Nicht wenige Experten sind überzeugt, dass wir uns in der Endphase des globalen Wirtschaftsaufschwungs befinden. In Zeiten allgemeiner Rezessionstendenzen und Kurseinbrüchen hat ein Rohstoff meist gut abgeschnitten - das Gold. Das Edelmetall gilt als stark, wenn alle anderen Anlageklassen schwächeln.

In den vergangenen Wochen konnte sich Gold von seiner Schwächephase erholen und zuletzt steigen. Das dürfte auch für die Aktien der Goldminenbetreiber von Vorteil sein. "Der Goldpreis kann die Minenwerte mit sich nach oben ziehen", schreibt Finanzmarktanalyst David Iusow.

Die Papiere der Goldgräberunternehmen könnten vor einem Comeback stehen. Das Pendant zu den FANG-Aktien, die sogenannten BANG-Aktien mit den Branchenriesen Barrick Gold, Agnico Eagle, Newmont Mining und Goldcorp kommen schon längst nicht mehr an ihre Rekordwerte von 2010 und 2011 heran. Seit der letzten Hochphase im Sommer 2016 verloren alle Titel mit kleineren Schwankungen an Wert. Besonders die Goldcorp-Aktien brachen seitdem um über 60 Prozent ein und standen im Oktober auf dem höchsten Tief seit mehreren Jahrzehnten.

ETFs sorgen für Unterschiede

Laut Jesse Felder, ehemaliger Analyst der US-Investmentbank Bear Stearns, spielen besonders ETFs eine große Rolle bei der unterschiedlichen Bewertung von FANG- beziehungsweise BANG-Aktien. Die Bergbau-Aktien sind in passiven Fonds weitaus weniger vertreten als die Tech-Riesen und gelten als Anti-Passiv-Trade.

Facebook und Co. sind nach Angaben von Felder alle im Besitz von über 200 ETFs, wohingegen die Agnico Eagle-Aktie nur in lediglich sechs vertreten ist, das Barrick Corp-Papier in zwölf und Goldcorp in 13. Der Titel von Newmont Mining sei zwar unter den Positionen von 187 passiven Fonds, von denen jedoch viele ein nur sehr geringes Vermögen verwalten. Sollte der Goldpreis weiter steigen, geht der Experte davon aus, dass die BANG-Aktien die FANG-Aktien in den nächsten Jahren sehr wahrscheinlich übertreffen werden.

Der neue Trend?

Zuletzt sorgte Barrick Gold für Aufsehen. Das kanadische Unternehmen gab im September bekannt, den in Afrika tätigen Konzern Randgold Resources zu übernehmen. Randgold ist auf der Kanalinsel Jersey ansässig und betreibt Goldminen in der Elfenbeinküste, in Mali, Senegal und in der Demokratischen Republik Kongo. Die Aktie kletterte bis Anfang November um über 20 Prozent nach oben und ist wieder gefragt.

Auch die Titel von Newmont Mining und Agnico Eagle Mines konnten sich in den vergangenen Wochen erholen. Und wer weiß, vielleicht werden die BANG-Aktien wirklich die neuen Überflieger - sofern der Goldpreis denn stabil bleibt.

tb