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Stresstest mit 103 Kreditinstituten EZB sieht Banken gerüstet für den Krisenfall

Stand: 07.10.2019, 16:05 Uhr

Nach einem speziellen Stresstest bezeichnen die EZB-Bankenaufseher die Liquiditätssituation europäischer Banken als insgesamt "komfortabel".

Falls Kunden Geld im großen Stil bei den europäischen Banken abziehen wollen, hält die Europäische Zentralbank (EZB) die meisten Kreditinstitute im Euroraum für gut gerüstet. Der Test ist insgesamt gut verlaufen, auch wenn einige "Verwundbarkeiten" festgestellt wurden.

Was wollten die Aufseher wissen?

Ziel der EZB-Aufseher war zu ermitteln, wie viele Tage Banken im Falle eines Schocks "anhand der verfügbaren Zahlungsmittel und Sicherheiten ohne Zugang zu den Refinanzierungsmärkten ihre Geschäftstätigkeit aufrechterhalten" können. Außerdem wollten sie feststellen, an welcher Stelle die Institute ihr Liquiditätsmanagement verbessern müssen.

Gut die Hälfte der Geldhäuser hält nach Angaben der EZB mehr als sechs Monate durch, ohne auf fremdes Kapital zurückgreifen zu müssen. Im Szenario mit extremen Verwerfungen waren es noch mehr als vier Monate. Die Institute hätten damit mehr Zeit auf Turbulenzen am Finanzmarkt zu reagieren, als vor der Finanzkrise.

Allerdings sind auch einige Kreditinstitute in der Eurozone laut der EZB-Bankenaufsicht nicht ausreichend gegen Liquiditätsschocks gerüstet. Elf Banken würden in einer Extremsituation sogar nur weniger als zwei Monate geschäftsfähig bleiben.

Schärfere Regeln seit der Finanzkrise

Seit der schweren Finanzkrise 2008 haben die Aufseher die Vorschriften verschärft. Banken sind verpflichtet, ausreichend Sicherheiten vorzuhalten, um im Falle von Liquiditätsengpässen 30 Kalendertage zu überleben. Seit November 2014 überwacht die EZB die größten Geldinstitute im Euroraum direkt.

Kein Vergleich zum Stresstest im Vorjahr

Die aktuelle Untersuchung ist nicht mit dem ausführlichen Stresstest des vergangenen Jahres zu vergleichen. Der große Stresstest wird gemeinsam mit der europäischen Bankenaufsicht alle zwei Jahre durchgeführt. In den Zwischenzeiträumen führen die EZB-Bankenaufseher Untersuchungen zu speziellen Themen durch.

dpa-AFX/rtr