Ausblick 2018: Kosmetik

Schöne Aussichten Ein bisschen Kosmetik fürs Depot

von Notker Blechner

Stand: 21.12.2017, 14:05 Uhr

Für die Beauty-Branche lief es 2017 sehr schön. Die "Generation Selfie" gab den Kosmetik-Konzernen kräftig Schminke. Die Aktien von L'Oréal, Beiersdorf und Estée Lauder putzten sich fein heraus.

Was für die einen ein Ferrari, eine Tausende Euro teure Uhr oder ein Edel-Handtäschchen von Dior, ist für die anderen eine Marken-Hautcreme oder ein teurer Lippenstift. "Kosmetik repräsentiert erschwinglichen Luxus", sagt Scilla Huang Sun vom Vermögensverwalter GAM, die den Luxus-Fonds "Luxury Brands" verwaltet.

Kosmetik-Aktien im Höhenflug

Sie schaffte mit ihrem Fonds in diesem Jahr eine Performance von über 30 Prozent - auch dank einiger Kosmetik-Aktien im Portfolio. So kletterten die Titel von Estée Lauder um 48 Prozent auf ein Rekordhoch, die Papiere von L'Oréal um zwölf Prozent. Selbst die Aktien von Beiersdorf zogen um 21 Prozent an und erklommen eine neue Bestmarke.

Bei den Kosmetik-Konzernen läuft es momentan wie geschmiert. Der Markt für dekorative Kosmetik wächst derzeit stärker als Pflege- und Schönheitsprodukte im Schnitt. Alleine das Make-up-Segment ist seit 2014 um jährlich sieben Prozent gewachsen.

"Generation Selfie" greift zu Make-up

Unverhofft neuer Schub kommt von der "Generation Selfie". Für Fotos und Filmchen in den sozialen Netzwerken schminken sich die jungen Frauen mehr denn je. Schließlich werden sie auf Instagram und Facebook genau beäugt. Wer viele "Likes" haben will, muss hübsch und gepflegt aussehen.

Die Berenberg Bank sieht die Branche vor goldenen Zeiten. In den nächsten Jahrzehnten werden die Verbraucher doppelt so viel Geld ausgeben für Kosmetik wie bisher. Vor allem in den Schwellenländern wird die Nachfrage rasant steigen, da die dortige aufstrebende Mittelschicht Nachholbedarf in Sachen Konsum hat.

Deutscher Beauty-Markt wächst und wächst

In Deutschland geben die Bürger fast 13,6 Milliarden Euro für Schönheits- und Pflegeprodukte aus – das sind pro Kopf knapp 150 Euro. Seit Jahren wächst der Umsatz der Branche. 2017 betrug das Plus laut dem Industrieverband Körperpflege und Waschmittel 0,5 Prozent.

Besonders begehrt waren Haut- und Gesichtspflegemittel. Die Erlöse stiegen um über drei Prozent auf 3,09 Milliarden Euro. auch Mund- und Zahnpflegemittel verzeichneten ein überdurchschnittliches Wachstum von 2,7 Prozent. Der Markt für dekorative Kosmetik lag bei 1,8 Milliarden Euro.

"Kosmetika dienen dem Ausdruck der Persönlichkeit, sie tragen zu Wohlbefinden, Selbstsicherheit und Gesundheit bei", begründet der Verband die anhaltend große Nachfrage nach Schönheitsprodukten. Für 2018 prophezeit er ein Wachstum von ein bis zwei Prozent für die Branche.

"Generation X" und Babyboomer treiben den Absatz

Neues Potenzial verspricht die alternde Gesellschaft. "Die Bedeutung von Kosmetik wird mit der Zunahme älterer erwerbstätiger Menschen steigen", prophezeit Robert Kecskes, Marktforscher von GfK. Er verweist auf die "Silver Professionals", die gerne konsumieren, sowie die älteren Singles, die so genannten "Aging Alone Households" der "Generation X" und der "Babyboomer". Auch bei Aging-Alone-Frauen werde die Kosmetik immer wichtiger, glaubt er.

Mischt Zalando den Schönheitsmarkt auf?

Allerdings droht der Kosmetik-Branche von anderer Seite Gegenwind. Die Apotheken und Discounter vertreiben zunehmend Körperpflege-Produkte und drücken damit die Preise. 2018 könnte der Preisdruck noch größer werden – wegen Zalando. Der Online-Modehändler will nun auch noch in das Beauty-Geschäft einsteigen. Die Attacke von Zalando, so ein Manager eines Kosmetik-Konzerns sei die größte Gefahr.