DuPont-Logo auf einem Schild vor der Niederlassung in Meyrin, Schweiz

Dupont-Sparte und IFF fusionieren Paukenschlag in der Branche für Nahrungszusatzstoffe

Stand: 16.12.2019, 13:38 Uhr

Der US-Duft- und Aromenhersteller IFF und die Sparte für Nahrungszusatzstoffe des US-Spezialchemiekonzerns Dupont schließen sich zusammen. Für den deutschen Wettbewerber Symrise entsteht ein mächtiger Konkurrent.

Es wächst ein Konzern, der mehr als 45 Milliarden Dollar wert sein wird: Das Dupont-Geschäft wird bei dem Deal mit 26,2 Milliarden Dollar bewertet. Nach dem Zusammenschluss halten die IFF-Aktionäre 44,6 Prozent am neuen, der Rest liegt bei den Anteilseignern von Dupont.

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Zusammen kommen die beiden Unternehmen auf einen Umsatz von mehr als elf Milliarden Dollar und ein Betriebsergebnis von 2,6 Milliarden Dollar. Das Angebot beider Firmen ergänze sich sehr gut, sagte der deutsche Manager Andreas Fibig, der seit 2014 Vorstandschef von IFF ist und zuvor sechs Jahre das Pharmageschäft von Bayer leitete.

Viel Bewegung in der Branche

Fibig soll auch das neue Unternehmen als Vorstandschef führen. Das New Yorker Unternehmen ist der weltweit zweitgrößte Hersteller von Duft- und Aromastoffen nach dem Marktführer Givaudan. Das Unternehmen konkurriert auch mit der niedersächsischen Symrise und der Schweizer Firmenich, die gleichauf Nummer drei in dem Markt sind. IFF hatte sich erst 2018 mit der gut sieben Milliarden Dollar schweren Übernahme der israelischen Frutarom deutlich verstärkt.

Dank Einsparungen im Zuge der Fusion soll die Marge mittelfristig auf rund 26 Prozent steigen. So sollen die Kosten ab Ende des dritten Jahres nach dem Zusammenschluss um rund 300 Millionen Dollar sinken. Zudem erhoffen sich die Manager, durch sogenanntes Cross-Selling mehr Produkte bei den Kunden platzieren zu können. Allein dadurch könnten zum Ebitda weitere 175 Millionen Dollar hinzukommen.

Symrise-Parfümeurinnen

Symrise-Parfümeurinnen: Die Aktie steigt. | Bildquelle: Symrise

Auch Symrise plant Zukäufe   

Die Aktie des MDax-Konzerns Symrise legte zu. Symrise peilt 2019 einen Umsatz von bis zu rund 3,37 Milliarden Euro bei einer Ebitda-Marge von rund 21 Prozent an. Bis 2025 soll der Umsatz auf 5,5 bis 6,0 Milliarden Euro steigen. Bei einer Ebitda-Marge von 21 Prozent würde daraus ein operatives Ergebnis von bis zu rund 1,2 Milliarden Euro resultieren.

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Das Ziel erreichen will Symrise auch mit Übernahmen in der stark wachsenden Branche, die vom Trend hin zu Convenience-Lebensmitteln und vegetarischer Ernährung, aber auch von der zunehmenden Nachfrage nach hochwertiger Heimtiernahrung profitiert. So hatte der im MDax notierte Konzern erst jüngst den US-Hersteller von Tierfutterzusätzen ADF/IDF für 900 Millionen Dollar gekauft.

Dupont würde sich durch die Abspaltung der Sparte Nutrition & Biosciences auf die Herstellung von Materialien für die Bau-, Transport- und Elektronik-Industrie konzentrieren. Von den Sparten Agriculture und Material Science hat sich der Konzern, der seit Mitte 2019 wieder Dupont de Nemours heißt, bereits abgespaltet.

ts/rtr/dpa