Amazon Echo Lautsprecher

Intelligente Sprachsteuerung als Milliardenmarkt Dreikampf um "smarte" Lautsprecher

Stand: 05.10.2017, 09:15 Uhr

Ganz nah heran kommen an die Kundschaft, das wollen Google, Amazon und Apple mit ihren sprachgesteuerten Lautsprecher fürs Wohnzimmer, aber auch fürs Auto. Dabei überbieten sich die Anbieter mit Funktionen und unterbieten sich bei den Preisen für die Hardware.

Wer den "Echo" von Amazon erstehen will, kommt inzwischen für 99 Euro zum Zug. Das meldete der Konzern vorgestern. Größere Versionen wie der Echo Plus (149 Euro), der bereits Lampen und Haushaltsgeräte steuern kann, und der Echo Show (220 Euro), der mit einem Display ausgestattet ist, sind preislich angesichts der technischen Finessen der Geräte ebenfalls erschwinglich.

Google Home und Apple Home Pod

Am gestrigen Abend hat Google zum Konter in Sachen intelligente Lautsprecher ausgeholt: Auf der Produktpräsentation des Konzerns wurden zwei Lautsprecher präsentiert, die in Funktionalität und Preis den Lautsprechern von Amazon Paroli bieten sollen.

Zu den beiden Rivalen gesellt sich der Apple-Konzern mit seinem "Home Pod", der auf der Entwicklerkonferenz Anfang Juni vorgestellt hat. Der Lautsprecher reagiert ebenfalls zu Sprachkommandos, soll aber im Konkurrenzvergleich weniger "intelligent", dafür aber mit besserer Lautsprechern ausgestattet sein. Ab Dezember beginnt hier der "Roll-out".

Inzwischen haben eine Reihe von Elektronik-Herstellern eigene smarte Boxen im Angebot, die zumeist entweder von Amazons "Alexa"-Software oder vom "Google Assistant" ihre Intelligenz beziehen. Dazu gehören etwa der PC-Hersteller Lenovo, Sony oder auch spezialisierte Lautsprecher-Produzenten wie Harman Kardon (s.a. unsere Galerie: Smarte Lautsprecher).

Content-Vermarktung als Zwischenziel

Den Tech-Giganten Googe, Amazon und Apple geht es freilich weniger um den Verkauf der Hardware als um die "Eroberung" des Kunden. Wo Google seine Internetsuchfunktionen oder seine Navigationssysteme vermarkten will, möchte Amazon die Alexa-Nutzer auch auf Shopping-Tour bringen oder Medieninhalte seiner "Prime"-Plattform verkaufen. Auch bei Apple geht es um "Content" wie die Musikstreaming über iTunes.

Dass vor allem Google und Amazon längst nicht haltmachen vor dem vernetzten Heim, zeigen aktuelle Entwicklungen: So hat Amazon zunächst mit BMW und danach auch mit der VW-Tochter Seat Kooperationen angebahnt. Via Sprachsteuerung wird der Fahrer zu seinen "favorisierten Orten und Restaurants geführt". Umgekehrt soll per Sprachbefehl vom Steuer aus die Haustechnik, etwa Heizung oder Licht, bedienbar werden. Google ist mit seinen Funktionen, allen voran der Navigation, bereits in Millionen Fahrzeugen vertreten und arbeitet an eigenen Roboterautos. Spätestens mit dem Fortschreiten des autonomen Fahrens dürfte der Kampf um das Auto als Schaltzentrale noch erbitterter werden.

Heiß begehrte Gadgets

Dass die vernetzte von intelligenten Lautsprechern und Software gesteuerte Privatsphäre ein Milliardenmarkt ist, zeigen Untersuchungen über die Bereitschaft der Bürger, sich mit den entsprechenden Geräten auszustatten. Laut einer Studie der Unternehmensberatung PWC kennen 78 Prozent der Deutschen die Amazon-Software Alexa. "Siri", die Sprachsteuerung von Apple ist 70 Prozent der Befragten bekannt. Und fünf Prozent der Befragten nutzen bereits einen Amazon Echo, weitere 13 Prozent planen dies. Sogar 20 Prozent sagten, sie wollten sich das Konkurrenzprodukt Google Home anschaffen, das erst seit diesem Sommer in Deutschland erhältlich ist. Und immerhin acht Prozent haben den Apple HomePod ins Visier genommen, obwohl der erst vor wenigen Wochen vorgestellt wurde.

AB

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