Marihuana-Plantage

Kein vollständiges Delisting Cannabis-Anleger können aufatmen

von von Jule Zentek

Stand: 03.08.2018, 14:03 Uhr

Eigentlich sollte der Handel von Cannabis-Aktien an der Deutschen Börse im September eingestellt werden. Nun dürfen 88 der betroffenen Papiere doch weiterhin gehandelt werden. Das ist der Grund.

Für Cannabis-Anleger ging es in den vergangenen Monaten ganz schön hin und her. Zunächst hatte die Luxemburger Börsenaufsicht den Handel mit Cannabis-Aktien als illegal angesehen und wollte ihn deshalb einstellen. Die Deutsche Börse-Tochter Clearstream, die als Wertpapierverwahrer mit Sitz in Luxemburg an die Vorgaben gebunden ist, kündigte daraufhin Mitte Juni ein Delisting der Marihuana-Aktien ab dem 28. September an. Neulistings waren demnach nicht mehr möglich.

Betroffen waren 145 Unternehmen, wie unter anderem Canopy Growth und GW Pharmaceuticals. Tendenziell dürfte dies die Kurse wie etwa die von Aurora Cannabis und Canopy Growth belastet haben.

Nur noch 57 Cannabis-Aktien betroffen

Nur eine Woche später die nächste Meldung: Die Beschränkung werde nicht auf Wertpapiere angewendet, deren Hauptgeschäft aus medizinischem Cannabis bestehe, so Clearstream in einer Pressemitteilung. Der Grund für die Umkehr: Einen Tag zuvor hatte das Luxemburger Parlament medizinisches Cannabis legalisiert.

Für Cannabis-Anleger heißt das: Die Papiere von 88 der zunächst 145 betroffenen Unternehmen dürfen nun doch weiterhin gehandelt werden. Welche Aktien noch immer vom Delisting der Deutschen Börse betroffen sind, finden Sie hier.

Legalisierung auf dem Vormarsch

Dass die Beschränkung künftig gelockert wird, ist gut möglich. Denn auf dem Cannabis-Markt hat sich in den letzten Jahren viel getan: Kanada hat den Konsum im Juli dieses Jahres landesweit legalisiert. Ab dem 17. Oktober beginnt dort der legale Verkauf. Auch in einigen US-Bundesstaaten ist der Konsum bereits erlaubt.

In Deutschland wurde der Konsum von medizinischem Cannabis im März 2017 legalisiert. Der Anbau soll vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) kontrolliert werden. Doch der Anbau stockt: Das erste Ausschreibungsverfahren wurde vom Oberlandesgericht Düsseldorf gestoppt, weil die Bewerbungsfrist für Hersteller zu kurz gewesen sei. Erst im Juli veröffentliche das BfArM eine neue Ausschreibung.

Allein in den USA sollen bis 2021 jährlichen rund 40 Milliarden Dollar auf dem Marihuana-Markt umgesetzt werden.

1/11

Berauscht von Cannabis-Aktien Chartserie

<strong>iAnthus Capital</strong><br/>Die kanadische Beteiligungsgesellschaft wurde erst 2013 gegründet. 2016 wurde der Einstieg bei Organix, einem Einzelhändler für Cannabis, bekannt. iAnthus will von der gesamten Marihuana-Branche profitieren: Daher flossen Gelder in drei weitere Unternehmen, die Lizenzen für das Marihuana-Geschäft haben und Apotheken sowie Plantagen bewirtschaften. In den vergangenen sechs Monaten konnte sich die Aktie mehr als verdoppeln.<br/><br/>Übrigens sollte der Handel von Cannabis-Aktien an der Deutschen Börse im September eingestellt werden. Nun dürfen 88 der betroffenen Papiere doch weiterhin gehandelt werden. Die hier aufgeführten Titel gehören dazu. <a href="" externalId="37f27b31-d73f-4b16-b6f5-96f82ef4a56a">Mehr dazu lesen Sie hier</a>.: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 6 Monate

iAnthus Capital
Die kanadische Beteiligungsgesellschaft wurde erst 2013 gegründet. 2016 wurde der Einstieg bei Organix, einem Einzelhändler für Cannabis, bekannt. iAnthus will von der gesamten Marihuana-Branche profitieren: Daher flossen Gelder in drei weitere Unternehmen, die Lizenzen für das Marihuana-Geschäft haben und Apotheken sowie Plantagen bewirtschaften. In den vergangenen sechs Monaten konnte sich die Aktie mehr als verdoppeln.

Übrigens sollte der Handel von Cannabis-Aktien an der Deutschen Börse im September eingestellt werden. Nun dürfen 88 der betroffenen Papiere doch weiterhin gehandelt werden. Die hier aufgeführten Titel gehören dazu. Mehr dazu lesen Sie hier.