Neufahrzeuge stehen zur Verschiffung auf dem VW-Autoterminal bereit

Absatzrückgang auf dem europäischen Automarkt Diesel-Krise drückt Auto-Nachfrage

Stand: 17.10.2017, 10:42 Uhr

Der Effekt der Diesel-Prämie scheint schon wieder verpufft: In Deutschland wurden im September weniger Autos verkauft. Das belastete auch den europäischen Automarkt. Die Nachfrage ging zurück. Besonders Dieselautos wurden gemieden.

Auf den fünf größten Autoabsatzmärkten in Europa sanken im September die Diesel-Neuzulassungen um knapp 13,5 Prozent. In Großbritannien und Deutschland brach der Absatz gar um mehr als 20 Prozent ein.

Anja Kohl
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Das Dilemma der Abwrack-Prämien

Die Diesel-Krise belastete den deutschen Automarkt: der Absatz sank um 3,3 Prozent. Die eingeführte Diesel-Prämie von mehreren deutschen Autoherstellern motivierte offenbar kaum Bundesbürger, auf neue abgasärmere Fahrzeuge umzusteigen. Im August waren noch 3,5 Prozent mehr Neuwagen auf die Straße gekommen.

Briten verlieren die Lust auf neue Autos

In Großbritannien sackte der Autoabsatz im September noch stärker ab - um 9,3 Prozent. "Die Brexit-Unsicherheit hinterlässt auf der Insel deutliche Spuren und führt zu spürbarer Kaufzurückhaltung", sagte Peter Fuß von der Beratungsgesellschaft EY. Großbritannien entwickle sich nun "zum Sorgenkind der europäischen Autobranche".

Wegen der Absatzschwäche in Großbritannien und Deutschland schrumpfte der europäische Automarkt im September um zwei Prozent auf rund 1,43 Millionen Fahrzeuge. Da konnte auch die steigende Nachfrage in Italien (plus 8,1 Prozent) und Spanien (plus 4,1 Prozent) nicht helfen.

Deutsche Autohersteller setzen weniger ab

Die deutschen Autobauer mussten allesamt Absatzeinbußen in Europa hinnehmen. BMW verkaufte 1,7 Prozent, Daimler 1,2 Prozent weniger Fahrzeuge in der EU. Der VW-Konzern verbuchte 0,9 Prozent weniger Neuzulassungen. Einzig die VW-Marken Seat und Skoda konnten der schwachen europäischen Autokonjunktur trotzen. Sie legten beim Absatz zu.

BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Trotzdem dürfte die europäische Autokonjunktur in diesem Jahr rund laufen. In den ersten neun Monaten stiegen die Verkäufe um 3,7 Prozent.

Die Aktien der deutschen Autobauer geben am Dienstag auf breiter Front nach. Die Titel von BMW fallen um 0,7 Prozent, die Papiere von VW büßen 0,4 Prozent ein. Am glimpflichsten kommt noch Daimler davon mit einem Minus von 0,1 Prozent.

nb