Rolls Royce Nurflüger Flugzeug Konstruktionszeichnung

Vom Prop-Fan bis zum Suborbitalflug Die Zukunft der Luftfahrt

von von Marc Brockmöller

Stand: 08.06.2018, 15:38 Uhr

Rein optisch betrachtet hat sich im zivilen Flugzeugbau in den letzten 50 bis 60 Jahren nicht viel getan. Ein röhrenförmiger Rumpf, zwei bis vier Triebwerke unter zwei Tragflächen oder wahlweise am Heck angebracht, eine Heckflosse. Wo aber bleiben die futuristischen Flugzeuge, die schon seit Jahren in Konzeptzeichnungen angepriesen werden?

De Havilland Comet

De Havilland Comet. | Bildquelle: picture alliance/Mary Evans Picture Library

Airbus A320

Airbus A320. | Quelle: picture-alliance/dpa

Die Betonung liegt hier auf “rein optisch”. Natürlich hat es in den letzten Jahrzehnten bedeutende Weiterentwicklungen im Flugzeugbau gegeben. Zwischen der De Havilland Comet, dem ersten serienmäßig gebauten, strahlgetriebenen Passagierflugzeug und der neusten Generation der Boeing 787 oder dem Airbus A350 liegen, genau betrachtet, Welten. Neue Verbundwerkstoffe haben die Flugzeuge der neuesten Generation deutlich leichter gemacht. Weiterentwicklungen in der Triebwerkstechnologie sorgen für deutlich leisere, leistungsstärkere und effizientere Antriebe. Die De Havilland Comet ist in puncto Länge und Spannweite etwa so groß wie der Airbus A320, eines der heute am häufigsten verwendeten Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge. Der A320 hat aber ein knapp 25 Tonnen höheres Startgewicht und knapp 1.000 Kilometer mehr Reichweite.

Darüber hinaus hat sich auch viel getan im Bereich der Kommunikation, Navigation und Flugsicherheit. Im Fokus der Entwicklung liegt vor allem die Wirtschaftlichkeit der Flugzeuge. Treibstoff ist teuer, also muss er eingespart werden. Landegebühren sind hoch, also wird versucht, möglichst viel Fracht und Passagiere mit möglichst wenigen Flügen zu transportieren. Doch viele Ideen gehen über die Optimierung bestehender Flugzeugmodelle hinaus. Manche erfinden den Flugverkehr, oder zumindest Antriebe, komplett neu.

Warum Flugzeuge so aussehen, wie sie aussehen

Flugzeugkonstrukteure haben es mit einer ganzen Reihe von Vorgaben, Gesetzen und Umständen zu tun, die nach Möglichkeit alle auf einmal erfüllt werden müssen. Die aktuell bekannte Bauweise mit einem langen, röhrenförmigen Rumpf, zwei Tragflächen und einem Leitwerk am Heck hat sich hier bewährt. Die Flughäfen sind auf eine solche Flugzeugbauweise eingerichtet, der röhrenförmige Rumpf ist nötig um den Kabinendruck besser zu verteilen, die Fenster sind oval, um die strukturelle Belastung des Rumpfes zu verbessern. Zudem entstehen bei dieser Bauweise so gut wie keine Hohlräume - quasi jeder Kubikzentimeter eines Flugzeugs ist nötig und wird ausgenutzt, kein Teil erzeugt überflüssigen Luftwiderstand. Und da der Rumpf, der den Großteil des Gewichts in Form von Fracht und Passagieren trägt, immer in der Mitte zwischen zwei Tragflächen liegt, ist eine problematische Gewichtsverteilung zu einer Seite hin fast ausgeschlossen.

Startendes Flugzeug

Startendes Flugzeug. | Bildquelle: colourbox.de