Sportwetten in den USA

USA erlaubt Sportwetten Die Wette gilt wieder

Stand: 15.05.2018, 13:22 Uhr

Amerikanische Kasino- und Wettbürobetreiber blicken dankbar nach Washington: Der dort ansässige Supreme Court hat das landesweite Verbot für Sportwetten aufgehoben. Das ließen sich die Aktien der Wettbranche nicht zweimal sagen.

Wer gewinnt die National Football League? Auf diese sportliche Frage durften Amerikaner 26 Jahre lang nicht wetten. Am Montag hob das oberste US-Gericht das Verbot auf: Das "Professional and Amateur Sports Protection Act" (PASA), das Verbotsgesetz aus dem Jahr 1992, sei nicht verfassungskonform. Ab sofort darf jeder Bundesstaat selbst entscheiden, wie er die Sportwetten handhabt.  

Amerikaner bald im Wettfieber?

Bet at home Bandenwerbung

bet at home. | Bildquelle: picture-alliance/dpa

Bislang hatte der Bund bestimmt, wo legal gewettet werden darf – unter anderem das Spielparadies Las Vegas im Bundesstaat Nevada galt als Ausnahme. Dagegen kämpfte besonders der Bundesstaat New Jersey jahrelang – und hatte starke Gegner: Die amerikanischen Sportligen wie die National Basketball Association (NBA) und die National Football League (NFL) hatten stets Widerstand geleistet.

Eine Legalisierung dürfte in den kommenden Jahren in weit mehr als der Hälfte der 50 Bundesstaaten folgen. Das Verbot hatte die sportbesessenen Amerikaner oft auf den Schwarzmarkt getrieben: Laut Schätzungen versickern dort jährlich rund 150 Milliarden Dollar. Kein Wunder also, dass sich die Wettbranche nun die Hände reibt.

Milliardenmarkt für Kasinos und Wettbüros

Einige börsennotierte Unternehmen aus der Spiel- und Wettbranche konnten schon kurz nach der Entscheidung jubeln. Die Aktie von Empire Resorts legte zwischenzeitlich um acht Prozent auf 22,45 Dollar zu. Scientific Games gelang sogar ein Plus von 15 Prozent auf 60,90 Dollar. Um sechs Prozent nach oben auf 12,62 Dollar kletterte die Aktie von Caesar Entertainment.

Auch am europäischen Markt war die Entscheidung spürbar: In London stieg die Aktie des irischen Anbieters Paddy Power Betfair um mehr als zehn Prozent und notierte am Dienstagmittag bei knapp 80 Pfund. Der deutsche Wettanbieter Bet-at-home aus dem SDax verbuchte ein Plus von rund drei Prozent auf bis zu 88 Euro.

Die Rechtslage in Deutschland

In Deutschland darf laut des Glücksspielstaatsvertrags nur dort gewettet werden, wo das jeweilige Bundesland seine staatliche Lizenz gibt. Online-Glücksspiele sind hingegen komplett verboten. Dennoch wettet auch hierzulande mancher online. Eine Grauzone im Regelungsmodell macht‘s möglich. Bei Anbietern mit Sitz in Deutschland zu wetten, ist daher aktuell noch legal. Sitzt der Anbieter im Ausland, gilt das deutsche Recht generell nicht, urteilte der EuGH 2016. Zahlreiche Anbieter tummeln sich daher unter anderem auf Malta oder in Gibraltar.

jz