Megatrend Infrastruktur Berliner Stadtautobahn und Kraftwerke
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Megatrend Infrastruktur Die Welt im Bauboom

Stand: 02.11.2017, 15:43 Uhr

Globales Wachstum braucht Wege. Autobahnen, Wasserstraßen, Schienen- und Versorgungsnetze: Im Infrastrukturbereich werden in den kommenden Jahrzehnten Billionen Euro und Dollar bewegt. Die Entwicklung hat viele Gewinner.

Die Summen, die in den kommenden Jahren weltweit im Infrastrukturbereich investiert werden, sind gewaltig. Hierzulande etwa hat das Bundesverkehrsministerium einen "Bundeswegeplan" beschlossen, der Investitionen von 290 Milliarden Euro in den kommenden 13 Jahren vorsieht. In Großbritannien werden Großprojekte wie ein Wohninfrastrukturfonds oder der Ausbau des Flughafens in London-Heathrow auf den Weg gebracht, die dem Land in Zeiten des Brexit wieder mehr Wachstum verschaffen sollen.

Der US-Kongress hatte noch Präsident Barack Obama dem "Fast Act" zugestimmt. Das Programm sieht Ausgaben für die Straßen- und Verkehrsinfrastruktur in Höhe von 300 Milliarden Dollar vor. Weitere 201 Milliarden Dollar wurden für lokale Ausgabenprogramme genehmigt.

Tausende Kilometer Gleise und Straßen

Nach Schätzungen der OECD werden in Asien in den kommenden Jahrern jeweils 60 bis 100 Milliarden Dollar in den Ausbau von Verkehrswegen gesteckt. Allein in China sollen bis 2018 rund 2.830 Kilometer an neuen Gleisanlagen entstehen. Binnen fünf Jahren sind 30.000 Kilometer an Straßen geplant.

Für den Auf- und Ausbau und die Pflege der Verkehrswege werden Millionen Tonnen an Baustoffen benötigt. Die Credit Suisse geht in einer Studie davon aus, dass das Volumen an Grundbaustoffen wie Asphalt und Zement allein in den USA jährlich um vier bis fünf Prozent steigen wird. Stahl- und Baustoff-Produzenten werden von der Entwicklung ebenso profitieren wie Stahlkonzerne. Auch Zulieferer, Baumaschinen-Hersteller oder Ingenieurdienstleister gehören zu den Profiteuren einer florienden Bauwirtschaft.

Infrastrukturanlagen

Infrastrukturanlagen. | Bildquelle: McKinsey Global Institute, Credit Suisse, Grafik: boerse.ARD.de

Wasser und Strom für alle

Mit dem Bau von Verkehrswegen ist es aber nirgendwo getan. Versorgungsleitungen für Wasser und Energie bilden einen weiteren Schwerpunkt der anstehenden Infrastrukturinvestitionen. Laut den Marktforschern von Bloomberg New Energy Finance (BNEF) werden in den kommenden zehn Jahren weltweit etwa 4,4 Billionen Dollar in Stromerzeugungskapazitäten fließen, zwei Drittel davon entfallen auf Asien. Hier wiederum wird ein Schwerpunkt der Bereich erneuerbare Energien sein.

Die Geschäfte von Unternehmen in den Bereichen Wasser- und Energieversorgung, Spezialisten für die Instandhaltung der entsprechenden Anlagen, Anbieter von intelligenten Stromnetzen (Smart Grids) werden entsprechend wachsen.

Bezahlbares Wohnen als Mammutaufgabe

Nicht zuletzt werden enormen Investitions-Summen auch in den Bau von Wohngebäuden fließen. Inzwischen lebt mehr als die Hälfte der Menschen in urbanen Regionen. Erschwinglicher Wohnungsbau ist laut dem Beratungsunternehmen McKinsey eine der größten Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte. Die Experten halten globale Bauinvestitionen zwischen neun und elf Billionen Dollar für erforderlich, um die Menschen in den kommenden Jahren erschwinglichen Wohnraum in diesen Regionen zu verschaffen. Vor allem in China, Indien, aber auch Russland und Brasilien werden diese Ausgaben erforderlich.

Anbieter günstiger Bau- und Dämmstoffe, Archtektur- und Ingenieurdienstleister, Hersteller von Heiz- und Klimaanlagen sind dabei gefragt. Aber auch Finanzierer von Baukrediten können an der Entwicklung gut verdienen.

Investieren per Aktie, Fonds oder ETF

Wer auf den Megatrend Infrastruktur setzen will, kann damit in vielen Branchen Aktien für sein Depot finden (sehen Sie dazu unseren Überblick: "Bau"-Steine fürs Portfolio). Daneben können Anleger aber auch in dieser Super-Branche auf aktive und passive Fonds-Produkte zurückgreifen. Seit bereits zehn Jahren erfolgreich ist etwa der Infrastrukturfonds der britischen First State, der versucht, global die fundamental besten Aktien aus der Branche herauszufiltern. Hoch gewichtet sind derzeit Straßenbau-Konzerne oder Stromnetz-Betreiber.

Auch per passivem Indexfonds (ETF) kann der Anleger breit aufgestellt das Thema Infrastruktur "fahren". Zum Beispiel mit einem ETF von Morningstar. Der zugrunde liegende Index gewichtet seine Mitglieder nach ihren jährlichen Ausschüttungsummen und hat einen "Cap" bei zehn Prozent pro Index-Mitglied. Derzeit enthält der Index rund 50 Infrastruktur-Aktien. Die Zusammensetzung wird halbjährlich überprüft.

AB

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"Bau"-Steine fürs Portfolio Chartserie

<b>HeidelbergCement</b><br />Zumindest ein Dax-Konzern kann als Gewinner der "Infrastruktur-Hausse" der kommenden Jahre gelten. Der Baustoff-Hersteller HeidelbergCement. Durch die Übernahme der italienischen Italcementi ist das Unternehmen weiter auf Wachstumskurs. Neben Zement und Zuschlagsstoffen für Beton liefern die Heidelberger auch Kalksandsteine, Kalk, Mörtel, Estriche und bauchemische Produkte.: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 5 Jahre

HeidelbergCement
Zumindest ein Dax-Konzern kann als Gewinner der "Infrastruktur-Hausse" der kommenden Jahre gelten. Der Baustoff-Hersteller HeidelbergCement. Durch die Übernahme der italienischen Italcementi ist das Unternehmen weiter auf Wachstumskurs. Neben Zement und Zuschlagsstoffen für Beton liefern die Heidelberger auch Kalksandsteine, Kalk, Mörtel, Estriche und bauchemische Produkte.