Grafische Darstellung von drei Formel Eins-Rennwagen und US-Fahne

Nasdaq trotzt Corona Die unglaubliche Tech-Rally

Stand: 20.04.2020, 17:06 Uhr

Nicht alle Börsen wurden von Corona ausgebremst. Die Nasdaq zum Beispiel hat die Verluste seit Jahresbeginn inzwischen wieder wett gemacht. Ob die Rally gerechtfertigt ist, wird die Berichtssaison der Tech-Branche zeigen, die am Abend IBM einläutet.

Nasdaq 100: Kursverlauf am Börsenplatz NASDAQ Indizes für den Zeitraum 6 Monate
Kurs
11.142,76
Differenz relativ
-3,93%

Der Corona-Schock erwischte die Nasdaq nur kurz. Binnen zwei März-Wochen stürzte der Auswahlindex Nasdaq 100 um gut 2.000 Punkte ab. Seither erholt sich der Index wieder – und wie. Seit dem 20. März hat der Technologieindex wieder 26 Prozent zugelegt. Damit befindet er sich in diesem Jahr wieder leicht im Plus.

Amazon und Netflix stürmen auf Rekordhoch

Wieder einmal sind es Tech-Schwergewichte wie Amazon, Netflix und Tesla, die die Nasdaq-Erholung angetrieben haben. Die Aktien von Amazon stiegen seit Jahresbeginn um rund 28 Prozent auf ein neues Jahreshoch. Die Titel von Netflix kletterten ebenfalls auf neue Besthöhen. Und die Papiere von Tesla sprangen um fast 80 Prozent in die Höhe.

Ein Teil der Technologiebranche leidet nicht unter der Coronakrise, sondern profitiert von ihr. Da viele Menschen ihr Zuhause nur eingeschränkt verlassen dürfen, sind Online-Streaming, Videokonferenzen, Messenger-Dienste und Zulieferungen an die Haustür besonders gefragt. So meldete Facebook einen Ansturm auf Whatsapp und Instagram, Microsoft berichtet von rasanten Zuwachsraten bei ihrer Meeting-Anwendung Teams, und Netflix musste sogar wegen der hohen Zahl von Nutzern, die Filme angucken, die Bildqualität drosseln.

Auch Biotechs als Corona-Bekämpfer gefragt

Zudem waren es Pharma- und Biotech-Werte, die die Nasdaq-Rally anheizten. Die Aktien von Gilead stiegen in den letzten drei Monaten um 35 Prozent, die Titel von Regeneron gar um 47 Prozent. Regeneron arbeitet an einer klinischen Studie zur Covid-19-Therapie. Und Gilead hat mit Remdesivir ein antivirales Medikament im Portfolio, das gegen das Coronavirus helfen könnte. In Chicago und zuvor auch in China gab es vielversprechende Ergebnisse bei der Behandlung von Covid-19 erkrankten Patienten.

Allerdings gibt es einige Tech-Werte, die noch hinterherhinken. So haben Apple und die Google-Mutter Alphabet seit Jahresbeginn leicht nachgegeben. Die Titel von Facebook haben zwölf Prozent eingebüßt. Die FAANG-Phalanx (Facebook, Amazon, Apple, Netflix und Google), die bisher den Großteil der Tech-Rally in den USA ausmachte, hat also ein bisschen an Kraft verloren.

Wird die FAANG-Macht noch größer?

Das könnte sich bald wieder ändern, wenn sich die Lage nach dem Lockdown normalisiert. Die Barclays-Analysten glauben, dass nach der Pandemie mehr Menschen im Internet einkaufen, die sozialen Medien ihre hohe Bedeutung behalten, das Medien-Streaming zunimmt und auch wieder die Werbeerlöse im Internet zulegen. Die FAANG-Macht könnte also nach der Corona-Krise noch größer werden.

Vorerst allerdings werden einige Tech-Konzerne auf die Wachstumsbremse treten. IBM, Apple, Facebook und Google dürften bei der am Montagabend beginnenden Berichtssaison der Technologie-Branche eher düstere Ausblicke für das zweite Quartal geben. Wenn Prognosen zufolge die US-Wirtschaft um bis zu 40 Prozent schrumpfen und auch die Weltwirtschaft kaum noch wachsen dürfte, werden das natürlich Apple & Co zu spüren bekommen. Aber Tech-Anleger denken wohl schon an übermorgen…

nb

1/9

Start frei für die Hightech-Saison Zahlenflut von Amazon, Tesla, Netflix & Co

<strong>IBM</strong><br/>Am Montagabend nach US-Börsenschluss hat IBM die Hightech-Berichtssaison in den USA eröffnet. Der IT-Riese hat im ersten Quartal wieder den Schrumpfkurs beim Umsatz eingelegt, nachdem er im vierten Quartal erstmals seit eineinhalb Jahren ein leichtes Plus erzielt hatte. Immerhin hat sich das Cloud-Geschäft mit einem Umsatzzuwachs von 19 Prozent erneut als wichtiges Standbein behauptet. Die Prognose hat IBM wegen der Auswirkungen der Coronakrise gestrichen, hofft aber sowohl bei Cloud-Diensten als auch bei Software mit künstlicher Intelligenz <a href="" externalId="ad398e86-b72b-43d1-ae46-3391d953ec64">auf weiter steigende Nachfrage</a>.: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 6 Monate

IBM
Am Montagabend nach US-Börsenschluss hat IBM die Hightech-Berichtssaison in den USA eröffnet. Der IT-Riese hat im ersten Quartal wieder den Schrumpfkurs beim Umsatz eingelegt, nachdem er im vierten Quartal erstmals seit eineinhalb Jahren ein leichtes Plus erzielt hatte. Immerhin hat sich das Cloud-Geschäft mit einem Umsatzzuwachs von 19 Prozent erneut als wichtiges Standbein behauptet. Die Prognose hat IBM wegen der Auswirkungen der Coronakrise gestrichen, hofft aber sowohl bei Cloud-Diensten als auch bei Software mit künstlicher Intelligenz auf weiter steigende Nachfrage.