Megatrend Digitalisierung Globus mit Einsen und Nullen

Megatrend Digitalisierung Die Herrschaft der Daten

Stand: 27.10.2017, 16:16 Uhr

Kaum ein Megatrend wird im Leben von Milliarden Menschen in den kommenden Jahren so allgegenwärtig sein. Das Internet und neue Technologien dringen in alle unsere Lebensbereiche vor und werden Gesellschaften und Ökonomien grundlegend verändern.

"Technologie im Dienste der Menschheit", so hat die Schweizer Großbank Crédit Suisse in ihrer Studie zu den Megatrends die Digitalisierung bezeichnet. Tatsächlich bieten technoligische Errungenschaften, die neue "digitale" Dienstleistungen ermöglichen für die Menschen als Konsumenten, Autofahrer, Mediennutzer und Patienten viele Vorteile.

Billionen von Gigabytes

Das Marktforschungsunternehmen IDC geht davon aus, dass das weltweite Datenvolumen bis 2020 auf 44 Billionen Gigabyte ansteigt. Auf Unternehmensebene werden einige Branchen etwa bei Medien, im Einzelhandel, Verlagswesen und in der Werbung massiv vom Digitalisierungstrend verdienen. Viele Unternehmen mit "klassischen" Produkten oder Dienstleistungen geraten unter massiven Anpassungsdruck und werden wohl in einigen Jahren gar nicht mehr existieren. Gleiches gilt für viele "menschliche" Tätigkeiten, die von Software-Systemen oder zunehmend intelligenten "Bots" oder echten Robotern ersetzt werden.

Online-Erlebnisse

Mehrere Felder der Megabranche Digitalisierung lassen sich unterscheiden: Im Bereich der Internet-Wirtschaft wird es für Nutzer weitere Möglichkeiten des Online-Shoppings oder der Online-Mediennutzung geben. Profitieren werden davon die großen Plattformbetreiber wie Amazon oder Google, aber auch Spezialisten für Cloud Computing und das Internet der Dinge.

Datensicherheit

Mit der Verbreitung von großen Datenmengen wird eine höhere Nachfrage nach Sicherheitsdiensten, Cyber Security, im Internet einhergehen. Unternehmen, die sich auf Datenverwaltung, Datenschutz spezialisiert haben, werden ihre Dienste gewinnbringend anbieten, sowohl auf Software- als auch auf Hardwareseite.

VR und AR

Die Credit Suisse sieht im Bereich Virtual und Augmented Reality in den kommenden Jahren den nächsten großen Innovationstreiber im digitalen Zeitalter. Mit Hard- und Software für VR-Brillen und weitere Dienste rund um die künstlichen Welten werden sich Milliarden-Umsätze erzielen lassen. Der Fokus der Innovation wird sich in Sachen VR von Spielen in den kommenden Jahren auf Interaktion und schließlich auf den Handel verschieben.

Wachstum des VR/AR-Marktes

Wachstum des VR/AR-Marktes. | Bildquelle: Gartner, Credit Suisse, Grafik: boerse.ARD.de

Künstliche Intelligenz

Die fortschreitende Verbreitung der künstlichen Intelligenz wird viele unserer Lebensbereiche erfassen. Für die kommenden zehn Jahre erwarten Marktforscher hier jährliche Umsatzsteigerungen von mehr als 50 Prozent. Nicht nur die Anbieter von "intelligenten Lautsprechern" wie Amazon oder Google gehören zu den Profiteuren. Auch so genannte "Enabler", etwa Cloud-Anbieter oder IT-Dienstleister. Auch beim Autonomen Fahren wird die "KI" eine wichtige Rolle spielen.

Medizin und Gesundheit

Nicht zuletzt werden auch in der Medizin große Umwälzungen durch die Digitalisierung anstehen. Ferndiagnosen, Fernüberwachung von Patienten, ein umfassendes digitales Gesundheitsmanagement oder das gestützte "Selbstmanagement" von Patienten (etwa Diabetikern) hilft Kosten senken und neue Dienstleitungen zu entwickeln.

Für Anleger bieten sich eine Reihe von Möglichkeiten, vom Megatrend Digitalisierung zu profitieren. Bei Einzelwerten sind es die Großen der Tech-Branche wie Amazon, Apple, Google und Facebook, die von der Entwicklung weiterhin proftieren dürften (sehen Sie auch unsere Chartserie: Digitales fürs Depot). Daneben können kleinere Spezialanbieter aus verschiedensten Bereichen ein Portfolio ergänzen.

ETFs mit breiter Streuung

Wer auf spezifische Fondsprodukte setzen will, hat unter wie passiven Indexfonds (ETF) mehere Möglichkeiten: Mit dem MSCI World Information Technology Index setzt der Anleger auf 165 Unternehmen aus dem IT-Sektor weltweit. Auch hier sind allerdings die Großen der Branche wie Apple & Co. hoch gewichtet. Sowohl die Deutsche Bank-Tochter db xTrackers (WKN: A113FM) als auch Lyxor (WKN: LYX0GP) haben ETFs auf den Index im Angebot.

Spezieller investiert der zum weltgrößten Vermögensverwalter Blackrock gehörende ETF-Anbieter iShares in den Sektor. Mit dem iShares Digitalisation ETF (WKN: A2ANH3) wird in einen Index von Unternehmen investiert, deren Schwerpunkt digital ausgerichtete Dienstleistungen sind. Die rund 100 Unternehmen aus dem digitalen Sektor werden gleichgewichtet in den Fonds gekauft.

AB

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