Elektroauto wird an einer Stromtankstelle aufgeladen

Marktanteil der Stromer auf fast 19 Prozent gestiegen Die Elektrowende in der Autobranche

Stand: 23.07.2020, 12:01 Uhr

Corona macht's möglich. 2020 könnten Elektroautos endlich den Durchbruch schaffen. Im ersten Halbjahr boomten die batteriegetriebenen Fahrzeuge. Setzt sich der Trend fort, dürften VW, Daimler & Co die CO2-Ziele schaffen.

Der Absatzeinbruch in der Autoindustrie hat wenigstens etwas Positives: Der Marktanteil der Elektroautos steigt rasant. Während in den ersten sechs Monaten des Jahres die Nachfrage nach Benziner und Diesel in zehn großen europäischen Märkten um fast 58 Prozent schrumpfte, stieg das Interesse ab batteriegetriebenen Fahrzeugen. Die Neuzulassungen von E-Autos erhöhten sich um fast 26 Prozent. Das geht aus einer Studie der Strategieberatung "Strategy&" hervor, die zum Beratungsunternehmen PwC gehört.

Plug-ins boomen

Besonders die umstrittenen Plug-in-Hybride, Verbrenner mit E-Motor, erlebten einen beispiellosen Boom. Im zweiten Quartal stieg die Zahl der Neuzulassungen um 121 Prozent. Reine elektrische Fahrzeuge verzeichneten lediglich ein Plus von 35 Prozent. Der Marktanteil der elektrifizierten Fahrzeuge erhöhte sich laut PwC auf 18,9 Prozent.

In Deutschland gab die aufgestockte Kaufprämie den E-Autos neuen Schub. Im zweiten Quartal wurden insgesamt 26 Prozent mehr Stromer abgesetzt. "Aktuell trifft die starke Nachfrage der Verbraucher auf ein noch begrenztes Angebot beziehungsweise lange Lieferzeiten, weshalb die Effekte der staatlichen Fördermaßnahmen in Deutschland erst im kommenden Jahr deutlicher zu spüren sein werden", sagte PwC-Automobilexperte Felix Kuhnert.

PwC: "Wendepunkt für Elektromobilität in Europa"

Die Autoren der Studie glauben, dass die Stromer nun endlich vor ihrem Durchbruch stehen. "2020 könnte aus unserer Sicht den Wendepunkt für Elektromobilität in Europa darstellen, da die europäischen Regierungen jetzt koordiniert mit Fördermaßnahmen wie steuerlichen Vorteilen und Kaufprämien vorgehen", sagte PwC-Analyst Christoph Stürmer.

Dank des E-Auto-Booms sind die deutschen Hersteller auf einem guten Weg, die verschärften Vorgaben der EU-Kommission in Sachen klimaschädlicher CO2-Abgase zu erfüllen. "Setzt sich der Absatzerfolg elektrifizierter Fahrzeuge fort, so erreichen die europäischen Automobilhersteller voraussichtlich in diesem Jahr die neuen CO2-Grenzwerte der EU", sagte PwC-Automobilexperte Kuhnert am Donnerstag.

CO2-Vorgaben könnten doch noch erreicht werden

Jahrelang hatten die Autobauer Milliarden in neue Technik rund um Elektromobilität und CO2-Vermeidung gesteckt, um hohe Strafen der EU-Kommission ab diesem Jahr zu vermeiden. Von Übergangsregelungen 2020 abgesehen dürfen die neu verkauften Autos der Hersteller im Schnitt im Grundsatz nur noch 95 Gramm Kohlendioxid pro gefahrenem Kilometer ausstoßen. Davon waren auch die deutschen Autokonzerne Volkswagen, Daimler und BMW im vergangenen Jahr noch deutlich entfernt mit Werten von jeweils deutlich über 120 Gramm.

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
43,73
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+0,56%
BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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60,58
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+0,15%
Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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134,82
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+0,91%

Für das Erreichen der Ziele ist vor allem das Verhältnis der verkauften Elektroautos mit saubereren Antrieben zu den Verbrennern ausschlaggebend. Vom Plug-in-Hybrid-Boom profitieren die deutschen Oberklasse-Hersteller Mercedes, BMW und Audi besonders, da sie stark auf die aufladbaren Zwitter-Autos setzen.

nb