Analyse des Vermögensverwalters Schroders Deutschland auf Platz sechs der nachhaltigsten Märkte

Stand: 13.06.2019, 14:46 Uhr

Die Unternehmen welcher Länder und Branchen bringen den größten gesellschaftlichen Nutzen? Und welche schaden besonders der Umwelt? Mit diesen Fragen hat sich der britische Vermögensverwalter Schroders beschäftigt und eine Rangliste aufgestellt - bei der Europa und auch Deutschland gut abschneiden.

Deutschland landet auf Platz sechs. Besonders Unternehmen aus der deutschen Pharma- und Biotechnologiebranche stiften demnach einen großen gesellschaftlichen und umweltbezogenen Nutzen. Fünf der sechs am nachhaltigsten bewerteten deutschen Unternehmen gehören diesen Sektoren an. Konzerne aus den Bereichen Immobilien, Rüstungswirtschaft und Chemie sind dagegen die Schlusslichter und verursachen die höchsten Kosten.

9.000 Unternehmen aus der ganzen Welt hat Schroders analysiert. Die bedeutendsten Aktienmärkte der Welt wurden dabei nach ihrer Gesamtauswirkung auf die Gesellschaft in eine Rangordnung eingeteilt. Den Auswirkungen dieser Unternehmen auf Gesellschaft und Umwelt wurde schließlich ein Geldwert zugeordnet - der Nettonutzen beziehungsweise die Nettokosten pro 100 US-Dollar Umsatz.

Schweiz, Singapur und USA vorne

Der Analyse zufolge befinden sich sieben der zehn nachhaltigsten Märkte in der Europäischen Union. Auf dem Spitzenplatz landete die Schweiz, da dort besonders viele Firmen aus der Pharma- und Technologiebranche säßen. Von 100 Dollar erwirtschafteten Erlösen entsteht in der Schweiz ein Nettonutzen von etwa acht Dollar.

Die Top 3 ergänzen Unternehmen aus Singapur mit rund 6,5 Dollar und den USA mit fünf Dollar Nutzen für die Gesellschaft je 100 Dollar Umsatz. Häufig sorge großer Druck seitens Regierungen und Aufsichtsbehörden dafür, dass Unternehmen einen größeren Nutzen bringen.

Nettonutzen/-kosten der Unternehmen

Nettonutzen/-kosten der Unternehmen. | Bildquelle: Schroders, Grafik: boerse.ARD.de

Die am wenigsten nachhaltigen Märkte liegen dagegen in rohstoffabhängigen Schwellenländern: Thailand, Russland und vor allem Indonesien. In dem südostasiatischen Land erzeugen die Firmen fast 30 Dollar gesellschaftliche und umweltschadende Kosten.

In der Rangliste der Branchen landeten Unternehmen aus den Bereichen Wasserwirtschaft, Biotechnologie und Pharma vorne. Auf der anderen Seite verursachen Unternehmen aus dem Glücksspielsektor die höchsten Kosten für die Gesellschaft.

Hilfe für Anleger

Das Modell soll Anlegern helfen, die Folgen der Entscheidungen von Unternehmen hinsichtlich Gesellschaft und Umwelt zu bewerten. "Indem wir uns auf Nachhaltigkeit fokussieren, können wir diejenigen Unternehmen identifizieren, die durch ihre fortschrittlichen Strategien langfristig die besten Wachstumsaussichten und Wertsteigerungspotenziale besitzen", erklärt Schroders-Geschäftsführer Achim Küssner.

Es sei wichtiger denn je, dass Anleger die gesellschaftlichen Auswirkungen von Unternehmen und Investitionsentscheidungen berücksichtigen und nicht nur auf finanzielle Kennzahlen achten, kommentiert Andrew Howard, Head of Sustainable Research. Insgesamt verwaltet Schroders gut 54 Milliarden Euro ethisch-ökologischer Investments, gut 10,7 Prozent des Gesamtvermögens.

tb