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November-Absätze in den USA Deutsche Autobauer gar nicht so schlecht unterwegs

Stand: 04.12.2018, 09:07 Uhr

Deutsche Importautos sind Präsident Trump bekanntlich ein Dorn im Auge. Die Absatzzahlen für den November zeigen aber, dass sie bei den amerikanischen Kunden beliebt bleiben. Einen Ausreißer gab es allerdings.

Denn bei Volkswagen haben sich die neuen Abgasvorschriften in der EU nach dem WLTP-Standard auch auf die Verkäufe in Amerika negativ ausgewirkt. Die Absätze der Kernmarke VW sanken um rund acht Prozent im Jahresvergleich auf 26.789 Einheiten. Vor allem der Absatz der in Europa produzierten Golf-Familie brach um 42 Prozent ein. Vertriebsmanager Derrick Hatami sprach von einem schwierigen Monat für die Branche.

WLTP

WLTP (Englisch für: Worldwide harmonized light vehicles test procedure) beschreibt ein weltweit harmonisiertes Testverfahren zur Bestimmung von Schadstoffwerten bei Kraftfahrzeugen. Es beschreibt damit Normen zur Bestimmung von Parmetern wie CO2-Emissionen, Kraftstoff- oder Energiebverbrauch oder auch elektrischen Reichweiten.

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Auch in Europa waren die Absätze durch das neue Messverfahren zuletzt unter Druck geraten, auf das die Neuproduktion erst umgestellt werden musste. Allerdings sollte das Phänomen nur temporärer Natur sein.

Gefragt bleiben bei den Amerikanern allerdings weiterhin SUVs, mit denen das Unternehmen die Absatzrückgänge bremsen konnte. Der Konzerntochter Porsche gelang eine Absatzsteigerung um 2,1 Prozent. Das gemischte Bild für den VW-Konzern rundete die Premium-Tochter Audi ab, deren Absätze um elf Prozent nachgaben auf 17.082 Fahrzeuge. Insgesamt stiegen die Verkäufe im bisherigen Jahresverlauf um vier Prozent auf 322.000 Einheiten.

BMW etwas besser, Daimler schafft die Wende

Beim Oberklassenhersteller BMW lief es für die Kernmarke recht gut. Der Absatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um ein Prozent auf 28.330 Fahrzeuge. Die Konzerntochter Mini allerdings verkaufte 12,6 Prozent weniger. Daimler verbuchte nach mehreren Monaten mit Rückgängen erstmals wieder ein Absatzplus. Die Marke mit dem Stern wurde 31.022 mal verkauft, ein Zuwachs von 0,6 Prozent.

BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Auch US-Hersteller ohne klare Tendenz

Nicht zuletzt dank großzügiger Rabatte rund um den Thanksgiving-Feiertag haben die Autohäuser in den USA ihre Kunden gelockt. Zumindest einige Hersteller, wie etwa General Motors, konnten dadurch ihre Bilanz aufhübschen und Absatzrückgänge eindämmen. Ford hingegen legte mit einem Minus von sieben Prozent enttäuschende Zahlen vor, die Fiat-Tochter Chrysler legte hingegen kräftig zu.

Insgesamt also gemischte Zahlen. Die zuletzt wieder höheren Kreditzinsen, aber auch höhere Preise wegen der globalen Handelsstreitigkeiten machen sich bei der Kauflust der Verbraucher bereits bemerkbar. Trotzdem erwartet Ford, dass auf dem US-Markt 2018 insgesamt 17,5 Millionen Einheiten abgesetzt werden, Analysten sind bisher mit rund 17,2 Millionen etwas pessimistischer.

Apropos Handelsstreit: Über den deutschen Herstellern schwebt weiter das Damoklesschwert hoher Importzölle von bis zu 25 Prozent. Der deutschen Schlüsselindustrie würde dies schweren Schaden zufügen. Heute treffen in Washington die deutschen Autobosse mit Vertretern der Trump-Administration zusammen. Allerdings haben die Manager kein Verhandlungsmandat, das liegt eindeutig bei der EU. Trump erhofft sich nach Meinung von Beobachtern einen weiteren Hebel auf Brüssel, wenn er die wichtige deutsche Autobranche direkt und frontal angeht.

Auch Bernd Lange, Chef des Handelsausschusses im Europaparlament, gehört zu den Kritikern: "Alle haben das Interesse, dass die US-Regierung keine Zölle gegen europäische Marken verhängt." Allerdings müsse klar sein, wo die Kompetenzen in der Handelspolitik angesiedelt sind, sagte er.

rm

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