Einfamilienhäuser im Bau

Beruhigende Commerzbank-Studie Der Immobilienboom hält an

von Notker Blechner

Stand: 11.02.2019, 15:27 Uhr

Die Immobilienpreise in Deutschland steigen und steigen. Einige Experten warnen schon vor einer Blase. Die Commerzbank hingegen glaubt das nicht. Sie rechnet mit einer Fortsetzung des Booms - und liefert interessante Gründe.

Die BaFin ist beunruhigt über die Entwicklung der Immobilienpreise in deutschen Großstädten, die Bundesbank beobachtet Preisübertreibungen in einzelnen Großstädten. Und die Schweizer Bank UBS sieht gar die Gefahr einer Blase in München und Frankfurt. Droht sich der Immobilien-Hype in Deutschland abzuschwächen?

Keine Anzeichen für Ende der Preis-Rally

Nein, sagt die Commerzbank in ihrem aktuellen Immobilien-Monitor. "Anders als etliche Analysten sehen wir 2019 kein Ende des Booms", schreibt Experte Marco Wagner in der Studie. Es gebe keine Anzeichen für ein baldiges Ende des mittlerweile acht Jahre dauernden Immobilienbooms. "Die Rally geht weiter."

Als Grund verweist die Commerzbank auf den so genannten Erschwinglichkeits-Index. Die niedrigen Zinsen und auch die ordentlichen Lohn-Steigerungen sorgten dafür, dass Wohnimmobilien im historischen Vergleich für Sparer erschwinglich blieben. Die Preise für Wohnimmobilien legten im vergangenen Jahr um mehr als fünf Prozent zu.

Immobilien Erschwinglichkeits-Index

Immobilien Erschwinglichkeits-Index. | Bildquelle: Destatis, Deutsche Bundesbank, Commerzbank Research

Häuserpreise steigen weiter

Der Trend dürfte nach Ansicht der Commerzbank anhalten. Die Häuserpreise würden weiter spürbar steigen, prophezeit Experte Wagner. Denn die Bauwirtschaft komme trotz des Immobilienbooms der steigenden Nachfrage nicht hinterher. Für 2019 rechnet der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes mit dem Bau von bestenfalls 315.000 bis 320.000 Wohnungen.

Zwar seien die Preise für Wohnimmobilien deutschlandweit gut zehn Prozent überbewertet, blieben die auf der Finanzierungsseite die Risiken begrenzt. Die Hypothekenkredite seien mit rund fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr nur moderat schneller gestiegen als die verfügbaren Einkommen der Haushalte. Zudem ist die Verschuldung der Haushalte deutlich geringer als in den USA vor Ausbruch der Finanzkrise.

Immobilienpreise

Preisentwicklung bei Immobilien. | Bildquelle: Commerzbank Research, BulwienGesa AG, Immowelt, Statistisches Bundesamt

Im Spätzyklus des Booms

Andere Immobilien-Experten äußern sich skeptischer. Zwar will Ulrich Höller, Vorstandschef der GEG German Estate Group und früher Chef der DIC Asset Group, nicht von einer Blase sprechen, aber er warnt "vor schwierigen Zeiten". Seiner Einschätzung nach sei der Immobilienmarkt im Spätzyklus des Wirtschaftsbooms angelangt.

Der Verband der deutschen Pfandbriefbanken sieht eine Abschwächung der Preisanstiege in den größten deutschen Städten wie Berlin oder München. Der Abstand zwischen Metropolen und Umland bei den Wachstumsraten sei nicht mehr so groß, teilte der Verband mit. Die Preise könnten 2019 langsamer klettern, sagte Hauptgeschäftsführer Jens Tolckmitt, beruhigte aber: "Eine harte Korrektur erwarten wir nach wie vor nicht."

Wird die Grundsteuerreform zur Belastung?

Die zunehmende Regulierung könnte den deutschen Wohnimmobilien-Markt bremsen. So dürften die Mietpreisbremse und die Grundsteuerreform zur Belastung für Wohneigentümer werden. "Ein schärferes Mietrecht inklusive der Reduzierung von umlagefähigen Kosten bei der Modernisierung, eine höhere Grundsteuer, zusätzliche städtebauliche Eingriffe oder gar der Ruf nach einem Stopp von Mieterhöhungen an sich schrecken Investoren ab", meint Andreas Mattner, Präsident des Zentralen Immobilien-Ausschusses (ZIA).

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Investieren in Betongold Lukrative Immobilien-Aktien

<strong>Vonovia</strong><br/>Der einzige Immobilienkonzern, der im Dax notiert ist, hat zeitweise kräftig zugelegt. Ende August erreichte er mit 44,67 Euro ein neues Rekordhoch. Danach schmolzen die Kursgewinne zusammen. Auf Ein-Jahres-Sicht bleibt noch ein Plus von knapp sechs Prozent. Nach der Übernahme des Konkurrenten Buwog hat Vonovia im Mai die Jahresprognose erhöht. Das operative Ergebnis (FFO1) soll um 13 Prozent auf über eine Milliarde Euro klettern. Einziger Schönheitsfleck: Immer wieder steht der Wohnungskonzern wegen überzogener Mietsteigerungen in einzelnen Städten in den Negativ-Schlagzeilen.: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Jahr

Vonovia
Der einzige Immobilienkonzern, der im Dax notiert ist, hat zeitweise kräftig zugelegt. Ende August erreichte er mit 44,67 Euro ein neues Rekordhoch. Danach schmolzen die Kursgewinne zusammen. Auf Ein-Jahres-Sicht bleibt noch ein Plus von knapp sechs Prozent. Nach der Übernahme des Konkurrenten Buwog hat Vonovia im Mai die Jahresprognose erhöht. Das operative Ergebnis (FFO1) soll um 13 Prozent auf über eine Milliarde Euro klettern. Einziger Schönheitsfleck: Immer wieder steht der Wohnungskonzern wegen überzogener Mietsteigerungen in einzelnen Städten in den Negativ-Schlagzeilen.