Autozulieferer

Lieferketten unter Druck Coronavirus bremst Autozulieferer aus

Stand: 05.02.2020, 15:16 Uhr

Hyundai hat seine Autoproduktion in Südkorea schon gestoppt. Es fehlen Teile, die normalerweise aus China geliefert werden. Das Coronavirus macht Hyundai einen Strich durch die Rechnung – ein Szenario, das möglicherweise auch deutschen Unternehmen droht.

Die Weltwirtschaft ist eng mit China verbunden, das gilt auch für die Autoindustrie. Die Millionenstadt Wuhan gilt als ein Zentrum der Autobauer, dort brach das Coronavirus aus. Die Stadt ist abgeriegelt, Unternehmen haben ihre Mitarbeiter in Zwangsferien geschickt. Hyundai muss also vorerst auf Kabelbäume aus China verzichten – und schaut sich kurzfristig nach alternativen Zulieferern in anderen Regionen um. Womöglich könne dann kommende Woche wieder produziert werden.

Analysten rechnen damit, dass umso mehr Unternehmen von ähnlichen Problemen betroffen sein werden, je länger die Verwerfungen rund um das Coronavirus anhalten. China nehme eine wirtschaftliche Schlüsselposition ein und könne einen weltweiten Domino-Effekt auslösen. Zumal sich die Produktionseinschränkungen gerade bei Zulieferern schnell auswirken dürften, weil die Lieferketten so eng verzahnt sind.

Deutsche Produktion läuft wohl bald wieder an

Volkswagen, BMW und Daimler mussten ihre Produktion in China ohnehin schon stoppen, das verlangen die Regierungsanordnungen. Spätestens kommende Woche sollen die Bänder bei den deutschen Autobauern aber wieder laufen. Inwiefern das Coronavirus den europäischen Markt beeinflusst, ist noch unklar. Auch Bosch spricht davon, dass es noch zu früh sei, um sich zu Auswirkungen auf das Geschäft zu äußern. Der bayerische Zulieferer Webasto möchte negative Effekte nicht ausschließen und macht vorerst weiter Zwangspause in China. Unter den Webasto-Mitarbeitern gibt es mittlerweile acht bestätigte Corona-Infektionen.

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niw