Corona Test-Kit

Wettlauf der Labore und Pharmafirmen Corona: Wer testet am schnellsten?

Stand: 19.03.2020, 11:16 Uhr

Die Ausbreitung des Coronavirus hat einen Wettlauf der Diagnostikkonzerne entfacht um die schnellsten Geräte und besten durchführbaren Tests. Dabei haben drei Firmen die Nase vorn.

Für Aufsehen sorgte zuletzt der Schweizer Pharmakonzern Roche. Das Basler Unternehmen hat einen vollautomatisierten Test entwickelt, der es ermöglicht, jeden Monat millionenfache Tests durchzuführen - und bereits nach dreieinhalb Stunden das Ergebnis anzeigt. Konzernchef Severin Schwan sprach von einem "Quantensprung".

Zudem hat das Angebot von Roche auch einen ganz praktischen Vorteil: der Test muss nicht manuell durchgeführt werden, er läuft vollautomatisch auf bereits existierenden Diagnosegeräten.

Über 4.000 Proben am Tag

Tatsächlich werden die Tests von mannshohen, meterlangen Apparaten durchgeführt, die normalerweise für das Screening bestimmter Bevölkerungsgruppen auf Infektionen wie HIV eingesetzt werden. Derzeit sind weltweit 800 dieser Geräte (namens Cobas 6800 und 8800) im Einsatz, in Europa, den USA und Asien. Die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA hat das neuartige Verfahren bereits freigegeben und eine Notfall-Zulassung erteilt.

Bis zu 4.100 Patientenproben können an einem Tag vollkommen automatisiert ausgewertet werden.

Zudem testet Roche sein Arthritis-Medikament Actemra zur Behandlung schwerer Lungenentzündungen bei Covid-19-Patienten. Die klinische Studie soll Anfang April beginnen und zunächst an 330 Personen getestet werden. In China darf das Mittel, das bei der Eindämmung von Entzündungen helfen kann, bei einigen schwer erkrankten Coronavirus-Patienten bereits eingesetzt werden. Auch Sanofi und Regeneron testen Arthritis-Arzneien zur Behandlung von Coronavirus-Infizierten.

Auch Abbott ist im Geschäft 

Roche hat die Produktion für die neuartigen Testmethoden bereits in den letzten Wochen hochgefahren und sich damit für die erwartete hohe Nachfrage gewappnet. Die Instrumente werden in der Schweiz hergestellt, die Tests in den USA.

Auf der Basis bereits existierender Diagnostikgeräte bietet auch Abbott Corona-Tests an. Auch der US-Pharmakonzern hat inzwischen eine Notfall-Zulassung durch die FDA erhalten. Gestern kündigte das Unternehmen an, 150.000 Test-Kits an seine Kunden (Krankenhäuser und Labore) in den USA zu schicken. Ziel sei es, so Abbott, die Produktion der Test-Kits auf eine Million pro Woche zu erhöhen. Durchgeführt werden können die Tests dann auf den 175 in Krankenhäusern installierten Diagnostikgeräten "m 2000".

Qiagen: 1,5 Millionen Testkits pro Monat

Zu den Anbietern von Corona-Testkits gehört zudem die deutsche Biotechfirma Qiagen. Das MDax-Unternehmen stellt bereits seit einigen Wochen Tests für das Coronavirus her. Bisher kann es 1,5 Millionen Tests pro Monat ermöglichen.

Nun will Qiagen bis Ende April Kits für 6,5 Millionen und bis Ende Juni für zehn Millionen Patienten herstellen. Dazu baut das Unternehmen seine Fertigung aus.

lg