Rentner auf Kreuzfahrtschiff in Oman

Keine Freigabe Corona verhagelt den Neustart der Kreuzfahrtbranche

Stand: 03.08.2020, 14:07 Uhr

Die von der Corona-Krise gebeutelte Kreuzfahrtbranche bläst den Neustart vorerst ab, bevor er richtig begonnen hat. Die zum weltgrößten Kreuzfahrtkonzern Carnival gehörende Reederei Aida muss geplante Kurzreisen absagen. Auch andere Reedereien sind betroffen.

Die Kreuzfahrtreederei Aida Cruises hat ihren Neustart nach der Corona-Zwangspause kurzfristig verschoben. Die geplanten Mini-Kreuzfahrten auf der Ostsee für die erste Augusthälfte wurden am Sonntag abgesagt. Entgegen den Erwartungen des Unternehmens stehe eine letzte formale Freigabe für den Start der Kurzreisen ab 5. August durch den Flaggenstaat Italien noch aus, teilte Aida mit. Für Aida Cruises ist dies ein herber Rückschlag.

Das Unternehmen wollte nach der coronabedingten Zwangspause seit Mitte März am 5. August wieder Fahrt aufnehmen, zunächst mit Mini-Kreuzfahrten auf der Ostsee ohne Landgänge. Für den Neustart seien umfassende Konzepte entwickelt und alle erhöhten Hygienestandards sowie Maßnahmen zum Schutz vor Covid-19 an Bord der Schiffe umgesetzt worden.

Bei den geplanten Fahrten ab dem 16. August geht Aida davon aus, dass sie stattfinden können, wie ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur sagte. "Aida bedauert diese Verzögerung sehr", hieß es. Das Unternehmen gehe davon aus, dass es die letzte formale Freigabe durch den Flaggenstaat Italien zeitnah erhalten werde. Für den Neustart hatte Aida 750 Besatzungsmitglieder aus Asien am 22. Juli mit drei Flugzeugen eingeflogen. Corona-Tests nach der Landung ergaben elf Infizierte, die in der Folge isoliert wurden.

AIDAprima

AIDAprima. | Bildquelle: picture alliance / R. Goldmann

Rückschlag für die Branche

Anja Kohl
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Zweite Welle erfasst die Kreuzfahrt

Noch schlimmer erwischte es Hurtigruten: Die norwegische Kreuzfahrtreederei stoppt nach dem Ausbruch von Covid-19 auf einem ihrer Schiffe bis auf Weiteres alle sogenannten Expeditionskreuzfahrten. Mindestens 40 Passagiere und Crewmitglieder der "Roald Amundsen" waren positiv auf das Virus getestet worden. Hunderte weitere warten noch auf ihre Testergebnisse. Am Freitag waren vier Besatzungsmitglieder der MS Roald Amundsen ins Krankenhaus eingeliefert worden, bei ihnen wurde später die neuartige Lungenkrankheit festgestellt. Tests ergaben, dass sich weitere 32 der 158 Mitarbeiter ebenfalls infiziert hatten.

Das Norwegische Institut für Volksgesundheit und die Gemeinde Tromsö teilten weiter mit, das Virus sei bisher bei vier der insgesamt 387 Passagiere festgestellt worden, die seit Mitte Juli auf dem Schiff auf zwei getrennten Kreuzfahrten unterwegs waren. Die Roald Amundsen sollte im September die Britischen Inseln umrunden und in Häfen in England und Schottland anlegen. Mit den beiden Fällen zeichnet sich für die Branche gleich zu Beginn der zaghaften Versuche zur Wiederaufnahme der Geschäfte ein Rückschlag ab.

Coronainfizierter wird in Fort Lauderdale von Bord eines Kreuzfahrtschiffes gebracht

Coronainfizierter wird in Fort Lauderdale im April 2020 von Bord eines Kreuzfahrtschiffes gebracht. | Bildquelle: picture alliance / ZUMA Press

Die Kreuzfahrtunternehmen hatten seit März den größten Teil ihrer Aktivitäten eingestellt, weil viele Länder wegen der Pandemie Reisebeschränkungen verhängten. Aida teilte mit, bereits bezahlte Reisen und alle gebuchten Leistungen sollten den Passagieren gutgeschrieben werden. Bei Umbuchungen erhielten die Reisenden ein so genanntes Bordguthaben von 50 Prozent auf den aktuellen Reisepreis, hieß es.

ts/rtr/dpa-AFX